Funktion des Anschlusses
Kellerfenster = der schwierigste Fenstereinbau im Haus — unter Geländeoberkante, in feuchter Umgebung, mit direkter Belastung durch Spritzwasser und kapillar aufsteigende Feuchtigkeit. Erfordert:
- WS-Dämmung rundum am Rahmen (Pos. 07) — Weiterführung der Kellerwanddämmung um den Umriss des Rahmens.
- Bitumen hinter dem Fensterrahmen (Pos. 06) — verbunden mit der Wandabdichtung; fehlende Kontinuität = kapillare Feuchtigkeit dringt in den Keller ein.
- Äußere Fensterbank mit Gefälle 10% (vs. typische 5% bei Fenstern über dem Erdreich) und Tropfkante 30 mm.
- Niedrigexpandierender Schaum in der Rahmenfuge.
In der Praxis: Kellerfenster in Einfamilienhäusern sind sehr klein (typisch 60×40 cm) und werden oft „von außen” mit Kunststoff-Lichtschächten Velux UWB / Aco SF zur Niederschlagsableitung verschlossen.
Kritische Montageaspekte
- Bituminöse Masse hinter dem Fensterrahmen (Pos. 06) — durchgezogen HINTER DEM RAHMEN (zwischen Rahmen und Sturzbeton); ohne dies dringt Wasser durch Kapillarwirkung ein.
- Äußere Fensterbank mit Gefälle mindestens 10% (vs. 5% Standard) — leitet Wasser bei der vertieften Geometrie schneller ab.
- Äußerer Lichtschacht (Velux UWB, Aco SF) — empfohlen für alle Kellerfenster mit Öffnungsniveau unter Geländeoberkante; eliminiert Spritzwasser und Erdeintrag in die Öffnung.
- Ablaufgitter im Schachtboden — Niederschlagsableitung zur Ringdrainage der Kellerwand.
- Niedrigexpandierender Schaum (Pos. 12) — ausschließlich niedrigexpandierend; im Keller sind die Feuchtigkeitsschwankungen größer als in Wohnräumen = größere Konstruktionsbewegungen = größere Empfindlichkeit gegenüber Schaumausdehnung.
- Ringanker / Sturz (Pos. 02) — Stahlbeton, mit termPIR® WS in der Schicht um das Fenster gedämmt (Fortführung der Kellerwand).
Dokumentation
Technischer Katalog termPIR® — Wohngebäude (Gór-Stal 2022), Seite 45 — Zweischalige Kellerwand, Detail Kellerfenster. Maßstab 1:10.
Komponenten in diesem Knoten
- 07 Wanddämmung — termPIR® WS Platte
- 06 Bituminöse Dichtungsmasse
- 12 Niedrigexpandierender Montageschaum
- 01 Kellerwand
- 02 Sturz (Stahlbeton)
- 03 Fenster (PVC-Rahmen mit unterer Dichtung)
- 04 Zement-Kalk-Putz (innen)
- 05 Zementputz (außen an der Wand)
- 08 Noppenbahn (Fundamentfolie)
- 09 Abschlussschicht auf Gewebe geklebt am Sockel
- 10 Äußere Fensterbank (Gefälle 10%, Tropfkante 30 mm)
- 11 Innere Fensterbank