Funktion des Anschlusses
Innendämmung denkmalgeschützter Gebäude = einzige Option, wenn der Denkmalschutz keine Veränderung der Fassade zulässt. Herausforderungen:
- Feuchtigkeit in der Wand — bestehende historische Wände haben oft Feuchtigkeit vom Fundament (fehlende Abdichtung); Innendämmung VERSCHIEBT den Taupunkt tiefer in die Wand = Kondensationsrisiko in der Konstruktion.
- Hygrothermische Analyse gemäß PN-EN ISO 13788 (Glaser-Verfahren) oder WUFI (dynamisch) zwingend erforderlich vor der Planung; bestimmt die maximal zulässige Dämmstoffdicke.
- Wärmebrücken im Inneren (Decken, Querwände) sind schwieriger zu eliminieren als bei der Außendämmung.
termPIR® AL GK = idealer Werkstoff für Denkmäler:
- Niedrige Wasserdampfdurchlässigkeit der AL-Deckschicht → geringeres Kondensationsrisiko in der Wandtiefe als bei Mineralwolle.
- Dünnere Schicht als EPS/MW bei gleichem U-Wert → geringerer Verlust an Wohnfläche (wichtig in kleinen Altbauwohnungen).
- Werkseitiger Gipskarton raumseitig → ohne zusätzliche Endbeschichtung.
Kritische Montageaspekte
- Hygrothermische Analyse (Glaser-Verfahren / WUFI) PFLICHT vor der Wahl der Dicke. Typische Werte für ein Ziegelhaus 38 cm: max. 6–8 cm AL GK (bei Innenraumfeuchte 50–60 % RF). Darüber → Kondensation in der Mauertiefe.
- Universalkleber (Pos. 04) — vollflächig (NICHT punktuell!); PUR-Schaumkleber Ceresit CT 84 oder PCI Pecimörtel; vor dem Verkleben alte Putze entfernen, anschleifen, Haftgrund auftragen.
- Untergrundputz (Pos. 03) — Zement-Kalk-Putz oder Ceresit CN 73 (selbstnivellierend) — ebnet die Wand vor dem Verkleben.
- Umlaufende Fuge (Pos. 09) — niedrigexpandierender PIR-Schaum füllt 5–15 mm Fugen an Decke und Boden; hochexpandierender Schaum würde die Geometrie sprengen + benachbarte historische Stuckaturen zerstören.
- Abdeckleiste (Pos. 10) — Holz (passend zum Charakter des historischen Innenraums) oder Acrylspachtelung an den Ecken.
- Decken (Pos. 06, 08) — Ringanker oft ohne Dämmung → lineare Wärmebrücke = einzige Stelle für Kondensation in der Dämmschicht. Akzeptieren + nach dem ersten Winter thermografisch überwachen.
- Warme Seite (Innenraum) — Fortführung der Dampfdichtigkeit der AL GK über alle Stöße: Aluminiumband an den Fugen + Spachtelung mit Gipskartonband auf der Beplankung.
Dokumentation
Technischer Katalog termPIR® — Wohngebäude (Gór-Stal 2022), Seite 52 — Denkmalwand AL GK, Vertikalschnitt, Klebemontage. Maßstab 1:10.
Komponenten in diesem Knoten
- 05 Wanddämmung — termPIR® AL GK Platte (Dicke gemäß hygrothermischer Analyse)
- 10 Abdeckleiste oder Endbearbeitung mit Acryl
- 04 Universalkleber (PCI Pecimörtel / Ceresit CT 85 / PUR-Schaumkleber)
- 09 Fuge ausgefüllt mit niedrigexpandierendem PIR-Schaum
- 01 Tragender Wandteil (Ziegel- / Stein- / Fachwerkmauerwerk)
- 02 Bestehende Außenwandbekleidung (historischer Putz + ggf. Stuckaturen)
- 03 Zement-Kalk-Putz (innen, als Untergrund für die Verklebung)
- 06 Ringanker und Kellerdecke
- 07 Fußbodenbelag
- 08 Ringanker und Erdgeschossdecke