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Schrägdach mit PIR-Platten dämmen – Methoden & Parameter | BOKKA

Schrägdach mit PIR-Platten dämmen – Methoden & Parameter | BOKKA

Schrägdach dämmen – Methode und Material gemäß WT 2021 wählen

Das Dach ist das Bauteil mit den größten Wärmeverlusten der Gebäudehülle – über eine schlecht gedämmte Dachfläche können bis zu 25–30 % der Energie entweichen. Die polnischen technischen Bauvorschriften WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) verlangen für das Dach einen Wärmedurchgangskoeffizienten U ≤ 0,15 W/m²K, was bei klassischen Dämmstoffen Schichtdicken von 25–30 cm bedeutet. PIR-Dämmplatten mit einer Wärmeleitfähigkeit λ λD 0,019–0,022 W/(m·K) erreichen denselben thermischen Effekt bei deutlich geringerer Dicke – ein entscheidender Vorteil beim Dachgeschossausbau und bei der Sanierung älterer Dächer. Im Folgenden stellen wir die drei grundlegenden Dämmmethoden und die Materialauswahl vor.

Drei Methoden zur Schrägdachdämmung – technischer Überblick

In der Praxis werden drei Dämmebenen eingesetzt, oft auch kombiniert:

MethodeLage der DämmungWärmebrückenEingriff in die Deckung
ZwischensparrenZwischen den SparrenAn den Sparren vorhandenKeiner
UntersparrenUnter den Sparren (innen)Unterseitige ReduktionKeiner
AufsparrenÜber den Sparren (außen)Vollständige EliminierungAbnahme der Deckung erforderlich

Die Wahl der Methode hängt vom Zustand des bestehenden Daches, der nutzbaren Raumhöhe im Dachgeschoss, dem Budget und dem angestrebten U-Wert ab. Im Neubau wird meist eine Aufsparrendämmung oder eine Kombilösung (Aufsparren + Zwischensparren) geplant, in Sanierungen eine Zwischensparrendämmung mit ergänzender Untersparrenlage.

Aufsparrendämmung – die Referenzlösung mit PIR-Platten

Bei der Aufsparrendämmung wird eine durchgehende Dämmschicht über den Sparren, unter Konterlattung und Deckung verlegt. Dies ist die Referenzlösung für Energiesparhäuser – sie eliminiert lineare Wärmebrücken an den Sparren vollständig (diese mindern den effektiven Wärmedurchlasswiderstand bei reiner Zwischensparrendämmung mit Mineralwolle um 10–15 %).

Für diese Methode sind die PIR-Dämmplatten termPIR® ALD 0,022 W/(m·K)) sowie die Premium-Variante termPIR® MAX 19 ALD 0,019) bestimmt. Die Platten verfügen über eine gasdichte Aluminiumkaschierung und Stufenfalze des Typs TAG (Nut-Feder) oder LAP (Stufenfalz), die dichte Stöße gewährleisten.

Orientierungswerte für Dicken zur Erreichung von U ≤ 0,15 W/m²K (reine PIR-Schicht, ohne Berücksichtigung der Konstruktion):

MaterialλD [W/(m·K)]Dicke für U ≈ 0,15
termPIR® AL0,022~15 cm
termPIR® MAX 19 AL0,019~13 cm
Mineralwolle0,038~25 cm
EPS0,036~24 cm

Der detaillierte Schichtaufbau – Sparren, Dampfsperre, Schalung, PIR-Platte, Unterdeckbahn (hochdiffusionsoffen), Konterlattung und Lattung – ist im Systemdatenblatt Schrägdach – termPIR® Aufsparren beschrieben.

Eine Alternative für die Aufsparrendämmung in Holzbauweise ist der Verbundwerkstoff termPIR® AL/OSB, der den PIR-Kern mit einer OSB-Platte verbindet, die als fertiger Untergrund für Konterlattung oder systemische Deckung dient.

Zwischensparren- und Untersparrendämmung – Sanierung von innen

Wenn die Dacheindeckung in gutem Zustand ist und ein Rückbau wirtschaftlich nicht gerechtfertigt ist, erfolgt die Dämmung von der Dachgeschossseite. Eine reine Zwischensparrenebene reicht in der Regel nicht aus – typische Sparrenhöhen von 16–20 cm ergeben bei λ Mineralwolle 0,038 einen U-Wert von ca. 0,22 W/m²K und liegen damit über der WT-2021-Grenze.

Die Lösung ist eine ergänzende Untersparrenebene aus termPIR® AL. Eine 5–8 cm dicke Platte, unter den Sparren montiert:

  • unterbricht Wärmebrücken an den Holzsparren,
  • übernimmt die Funktion einer dichten Dampfsperre (die Aluminiumfolie ist gasdicht – diffusionsäquivalente Luftschichtdicke Sd > 1500 m),
  • halbiert die erforderliche Schichtdicke im Vergleich zu reiner Mineralwolle.

Beispielaufbauten finden Sie im Systemdatenblatt Schrägdach – termPIR® Untersparren. Zu beachten ist, dass bei der Zwischensparrendämmung eine Belüftungsschicht von 2,5–4 cm unter der Unterdeckbahn erforderlich ist, wenn die eingesetzte Bahn eine niedrige Dampfdurchlässigkeit hat.

PIR-Sandwichpaneele – schnelle Dächer für Hallen und Industrieobjekte

Für Schrägdächer großvolumiger Objekte (Produktionshallen, Lagerhallen, Handelsobjekte) sind Sandwichpaneele mit beidseitiger Stahlkaschierung Standard. insPIRe® D ist ein Dachpaneel mit Tragprofil, in Dicken von 40–160 mm und Längen bis 16,5 m erhältlich, das mehrfeldrig auf Stahlpfetten montiert wird.

Die Brandverhaltensklasse des Systems B-s1,d0 (gemäß EN 13501-1 und EN 14509) sowie λD des Kerns von 0,022 (bzw. 0,019 in der Variante MAX) ermöglichen einen U-Wert ≤ 0,15 W/m²K bei einer Dicke von ca. 140 mm. Details im Systemdatenblatt Schrägdach – insPIRe® D mehrfeldrig.

Was bei der Schrägdachdämmung zu vermeiden ist

  • Verzicht auf die raumseitige Dampfsperre bei Mineralwolleaufbauten – Wasserdampf kondensiert auf der kalten Dämmstoffseite und verschlechtert deren Kennwerte.
  • Mischen gasdichter und diffusionsoffener Kaschierungen in einem Bauteil ohne Tauwasseranalyse (PN-EN ISO 13788).
  • Unterdimensionierung der Dicke – WT 2021 fordert U ≤ 0,15 W/m²K, und Förderprogramme (Czyste Powietrze, Mój Prąd) stellen oft noch höhere Anforderungen.
  • Fehlende Konterlattung bei Aufsparrendämmung – die Hinterlüftung der Deckung ist für Dachziegel und Blech unverzichtbar.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Welche PIR-Plattendicke ist für ein Schrägdach gemäß WT 2021 erforderlich?

Zur Erfüllung der Anforderung U ≤ 0,15 W/m²K (WT 2021) sollte die reine termPIR® AL-Schicht mit λD 0,022 W/(m·K) etwa 15 cm dick sein (einlagige Aufsparrendämmung). Bei Einsatz von termPIR® MAX 19 AL (λD 0,019) genügen ca. 13 cm. In Kombiaufbauten (z. B. 18 cm Mineralwolle zwischen Sparren + 6 cm PIR untersparren) ergibt sich die endgültige PIR-Dicke aus der thermischen Bilanz des gesamten Bauteils.

Ist eine PIR-Platte besser als Mineralwolle für das Dach?

Beide Materialien haben ihre Anwendungsbereiche. PIR weist eine 1,7-fach bessere Wärmeleitfähigkeit auf (0,022 vs. 0,038), ist steif, wasserbeständig und dauerhaft formstabil – ideal für die Aufsparrendämmung. Mineralwolle ist nicht brennbar (Klasse A1) und dämpft tieffrequente Schalle besser – sie eignet sich gut für die Zwischensparrenebene. In der Praxis werden zunehmend hybride Aufbauten eingesetzt, die die Vorteile beider Materialien verbinden.

Lässt sich ein Schrägdach mit PIR-Platten von innen dämmen?

Ja – im Zwischensparren- oder Untersparrenaufbau. termPIR® AL lässt sich mit einer einfachen Klinge zuschneiden und wird mit PU-Kleber oder mechanisch an den Sparren befestigt. Die Aluminiumfolie übernimmt die Funktion einer Dampfsperre und macht eine zusätzliche PE-Folie überflüssig. Eine vollständige Aufbaubeschreibung finden Sie im Systemdatenblatt Untersparrensystem.

Eignen sich PIR-Platten unter jeder Dacheindeckung?

termPIR® in Aufsparrendämmung ist mit allen gängigen Eindeckungen kompatibel: Ton- und Betondachziegeln, Blechdachpfannen, Stehfalzblech und bituminösen Deckungen. Voraussetzung ist eine Hinterlüftungsschicht durch Konterlattung (min. 2,5 cm) und der Einsatz einer hochdiffusionsoffenen Unterdeckbahn, die direkt auf die Platten verlegt wird.

Kann eine Aufsparrendämmung im Bestand realisiert werden?

Ja, allerdings muss dazu die gesamte Deckung samt Latten und Konterlatten abgenommen werden. Wirtschaftlich lohnt sich der Eingriff im Zuge einer ohnehin anstehenden Deckungserneuerung nach 30–50 Jahren Lebensdauer. Vorteil ist die vollständige Eliminierung von Wärmebrücken ohne Reduktion der nutzbaren Raumhöhe im Dachgeschoss – die Holzsparren bleiben innen als Gestaltungselement sichtbar.

Planen Sie die Dämmung eines Schrägdachs mit PIR-Platten? Sehen Sie sich das vollständige Sortiment der termPIR® PIR-Dämmplatten an oder kontaktieren Sie unsere technische Abteilung – wir helfen Ihnen bei der Auswahl der passenden Dicke, Falzart und des Schichtaufbaus entsprechend Ihrem Projekt und den Anforderungen der WT 2021.

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