Wann dieses System
Das dreischalige Mauerwerk ist ein Klassiker des hochwertigen Wohnbaus — vollständige Fassadenausführung ohne Putz, eindeutig assoziiert mit hoher Projektqualität:
- Villen und Einfamilienhäuser im Premium-Segment — eine Fassade aus Klinkerziegel, Naturstein, Sichtbeton oder gotischem Ziegel ist eine ästhetische Wahl.
- Energetische Sanierung historischer Objekte — Rekonstruktion einer Ziegelfassade mit modernem U-Wert.
- Öffentliche Gebäude — Bürogebäude und Firmensitze, bei denen die Fassade auch Visitenkarte ist.
- Gebäude mit hohen Anforderungen an die Fassadenlanglebigkeit — Klinker und Naturstein erfordern über Jahrzehnte hinweg keine Wartung (vs. Silikonputz, der alle 8–15 Jahre neu gestrichen wird).
Systemmerkmale
Im Gegensatz zum WDVS (Leicht-Nass-System), bei dem die Dämmung außen unter dem Putz liegt, befindet sich beim dreischaligen Mauerwerk die Dämmung innerhalb der Konstruktion — zwischen zwei Mauerschalen:
- Kein Außenputz — die Verblendschale übernimmt die Funktion der Fassade und schützt die Dämmung.
- Verbindung der Tragwand mit der Verblendschale — durch Drahtanker aus Edelstahl (üblicherweise 4 Stk./m² aus rostfreiem Stahl für Langlebigkeit).
- Möglicher Belüftungsspalt von ~20 mm zwischen Dämmung und Verblendschale — leitet Bau- und Kondensfeuchte ab. Beim Einfamilienhaus oft weggelassen; bei größeren Objekten empfohlen.
Montageanforderungen
- Errichtungsreihenfolge: Tragwand → Anker (eingemauert alle 0,5 m Höhe) → termPIR® AL Platten auf die Tragwand geklebt → Verblendschale.
- Plattenbefestigung — PU-Kleber oder Zementkleber + bei höheren Wänden zusätzliche mechanische Befestigung (z. B. Punktanker mit Teller).
- Plattenstöße werden mit Aluminiumband abgedichtet (verhindert konvektive Luftströmungen im Hohlraum).
- Horizontale Feuchtigkeitssperre im Sockelbereich — Unterbrechung des kapillaren Aufsaugens von Grundwasser in die Dämmung.
- Belüftungsspalt — Abfluss unten (z. B. offene Stoßfugen alle 1 m), Lufteinlass oben (unter dem Gesims).
Warum PIR und nicht Mineralwolle im Hohlraum
Mineralwolle in einem belüfteten Hohlraum ist anfällig für konvektive Feuchteaufnahme (Luftströmung durch die Schicht), was λ saisonal um 10–20 % verschlechtert. PIR mit Aluminiumfolie auf der Spaltseite:
- nimmt keine konvektive Feuchte auf (die Folie verschließt den Kern dicht)
- das Aluminium reflektiert Wärmestrahlung im Winter zurück ins Gebäudeinnere und im Sommer nach außen
- kapillare Wasseraufnahme < 2 % (vernachlässigbar)
Technische Dokumentation
Katalog termPIR® — Wohngebäude (Gór-Stal, 26.04.2022, S. 35, 40–43). Beschreibt Systemdetails: Sockel, Fensterbank, Balkonanschluss, Sturz, Eckausbildung.
Schichtaufbau
| # | Schicht | Dicke | λ | Funktion |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Verblendschale (Klinkerziegel, Naturstein, Sichtbeton) | — | — | Fassadenschicht |
| 2 | Belüftungsspalt (optional) | — | — | Hinterlüftung der Verblendschale (~20 mm) |
| 3 | termPIR® AL | 80–200 mm | 0,022 W/(m·K) | Wärmedämmung im Hohlraum |
| 4 | Drahtanker aus Edelstahl (Maueranker für dreischaliges Mauerwerk) | — | — | Verbindung Tragwand mit Verblendschale |
| 5 | Tragwand (Beton, Ziegel, Porenbeton) | — | — | Tragkonstruktion |
U-Wert nach Dämmstärke
| termPIR® Dicke | U [W/m²·K] | Erfüllt WT 2021 (Dach U ≤ 0,15) |
|---|---|---|
| 80 mm | 0,27 | — nein |
| 100 mm | 0,22 | — nein |
| 110 mm | 0,20 | — nein |
| 120 mm | 0,18 | — nein |
| 150 mm | 0,15 | ✓ ja |
| 180 mm | 0,12 | ✓ ja |
| 200 mm | 0,11 | ✓ ja |