PIR-Dämmung der erdberührten Bodenplatte nach WT 2021 | BOKKA
Dämmung der erdberührten Bodenplatte — wann alte Schichten entfernen und wann PIR-Dämmung ergänzen
Die nachträgliche Dämmung der erdberührten Bodenplatte im Bestandsgebäude gehört zu den anspruchsvollsten Entscheidungen einer energetischen Sanierung. Einerseits fordert WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) einen Wärmedurchgangskoeffizienten von U ≤ 0,30 W/m²K für erdberührte Bodenplatten, andererseits bedeutet jeder zusätzliche Zentimeter Dämmschicht entweder Verlust an Raumhöhe oder den Rückbau bestehender Schichten. PIR-Dämmplatten mit λD ab 0,022 W/(m·K) lösen diesen Konflikt — sie erreichen die geforderten Wärmedurchgangswerte bei 40–50 % geringerer Dicke als klassischer Fußboden-EPS.
Zwei Sanierungsszenarien — technische Analyse
Variante 1: Dämmung ohne Rückbau der bestehenden Schichten
Dieser Ansatz minimiert Zeit- und Kostenaufwand, setzt aber eine sorgfältige Bewertung voraus:
- Tragfähigkeit des vorhandenen Estrichs — der alte Estrich muss die Nutzlasten zusammen mit der neuen Dämmschicht, dem neuen Estrich und dem Bodenbelag aufnehmen,
- Zustand der Abdichtung — ist nicht gesichert, dass die horizontale Feuchtigkeitssperre funktioniert, „schließt” eine weitere PIR-Schicht die kapillare Feuchte im Bauteil ein,
- Anhebung des Fußbodenniveaus um 12–20 cm (PIR-Platte + neuer Estrich + Bodenbelag) — erfordert das Kürzen oder Auswechseln der Türelemente sowie die Anpassung von Schwellen, Innentreppen und Installationen.
Diese Variante ist nur dann sinnvoll, wenn der vorhandene Fußboden trocken, eben und konstruktiv stabil ist. In der Praxis betrifft das Gebäude ab den 1990er-Jahren mit fachgerecht ausgeführter horizontaler Abdichtung.
Variante 2: vollständiger Rückbau der alten Schichten
Invasiver, aber technisch sicherer. Diese Variante ermöglicht:
- die Ausführung oder Erneuerung der horizontalen Abdichtung (Schweißbahn, EPDM-Membran, bituminös-polymere Abdichtung),
- den Erhalt der ursprünglichen Raumhöhe — entscheidend in denkmalgeschützten Objekten und niedrigen Wohngebäuden,
- die Kontrolle und ggf. den Austausch von Installationen, die in der Schicht unter dem Estrich verlaufen (Heizung, Wasser, Abwasser).
In der tiefgreifenden energetischen Sanierung ist das Standard. Die Kosten sind höher, doch das Risiko verborgener konstruktiver Mängel wird eliminiert.
Warum PIR-Dämmplatten das Referenzmaterial für erdberührte Bodenplatten sind
Die erdberührte Bodenplatte ist ein Bauteil mit spezifischer Nutzungsbelastung: dauerhafter Druck, Kontakt mit feuchtigkeitshaltigen Schichten (Estrich) sowie kapillarer Druck vom Erdreich. Das Dämmmaterial muss gleichzeitig thermische, mechanische und feuchtetechnische Kriterien erfüllen.
termPIR® WS-Platten wurden genau für diese Anwendungen entwickelt — Fundamente, Sockel und erdberührte Bodenplatten. Sie zeichnen sich durch erhöhte Feuchtebeständigkeit und unveränderte Parameter über die Zeit aus. Alternativ bewährt sich in klassischen einlagigen Aufbauten mit guter Abdichtung termPIR® AL mit gasdichter Aluminium-Deckschicht — entscheidend ist dabei die Kontinuität der Dampfsperrschicht (Aluminiumbänder an den Stößen).
Für Objekte, bei denen die minimale Bauteildicke Priorität hat — z. B. Gewerbeflächen mit eingeschränkter Höhe — lohnt sich termPIR® MAX 19 AL mit λD 0,019 W/(m·K).
Technische Parameter für die erdberührte Bodenplatte
| Parameter | Wert | Norm/Anmerkung |
|---|---|---|
| λD | 0,022 W/(m·K) (AL); 0,019 (MAX 19) | EN 13165 |
| Druckfestigkeit (bei 10 % Verformung) | ≥ 120 kPa | EN 826 |
| Langzeit-Wasseraufnahme | < 2 Vol.-% | EN 12087 |
| Dimensionsstabilität | ≤ 1 % bei 48 h/70 °C | EN 1604 |
| Brandverhaltensklasse | B-s2,d0 (System) | EN 13501-1 |
| Standarddicken | 20–250 mm | — |
Dickenauslegung nach WT 2021 — geforderter U-Wert ≤ 0,30 W/m²K
Bei der erdberührten Bodenplatte hängt der U-Wert nicht nur von der Dämmdicke ab, sondern auch vom Wärmewiderstand des Erdreichs und vom Schichtaufbau. Die folgenden Werte zeigen orientierungshalber den Wärmewiderstand R der reinen PIR-Schicht (ohne angrenzende Schichten):
| Dicke termPIR® AL [mm] | R [m²K/W] | Anmerkung |
|---|---|---|
| 80 | 3,63 | Minimum für Neubauten |
| 100 | 4,55 | Optimum für die meisten Projekte |
| 120 | 5,45 | energieeffizienter Standard |
| 140 | 6,36 | Passivhausstandard (mit Reserve) |
| 150 | 6,81 | empfohlen für NF15-/Passivhäuser |
In der Praxis erreicht man unter Berücksichtigung des Erdreichwiderstands und der übrigen Schichten mit 100–120 mm termPIR® AL einen U-Wert von 0,18–0,22 W/m²K — mit sicherer Reserve gegenüber WT 2021. Die detaillierte Systemlösung finden Sie in der Beschreibung der erdberührten Bodenplatte termPIR® AL zweilagig — der Aufbau mit versetzten Stößen eliminiert Wärmebrücken an den Fugen.
PIR/OSB-Verbundplatte — wenn ein fertiger Untergrund für den Bodenbelag benötigt wird
Bei Sanierungen, in denen direkt nach der Dämmung der Bodenbelag verlegt werden soll (Paneele, Mehrschichtparkett, Bodenbelagsbahnen), bietet sich termPIR® AL/OSB an. Der Verbund aus PIR + OSB-Platte ist gleichzeitig Wärmedämmung und steifer Bauuntergrund — er macht die selbstnivellierende Ausgleichsschicht überflüssig, verkürzt die Bauzeit um mehrere Tage und reduziert die Belastung der Deckenkonstruktion deutlich (wichtig bei Aufstockungen und der Sanierung von Holzbalkendecken).
Ausführungsdetails — was nicht ausgelassen werden darf
- Horizontale Abdichtung — zwingend unter der PIR-Schicht, unabhängig von der Sanierungsvariante. Schweißbahn (2-lagig) oder EPDM-Membran.
- Umlaufender Randdämmstreifen — PE-Streifen 8–10 mm an den aufgehenden Wänden, eliminiert die Wärmebrücke und kompensiert die Estrichbewegung.
- Sockelanschluss an die Außenwand — durchgehende Wärmedämmung zwischen Bodenplatte und Fundamentdämmung — ohne diese wird die gesamte Investition in eine dicke PIR-Schicht durch die lineare Wärmebrücke zunichtegemacht.
- Verkleben der Stöße mit Aluminiumband — bei Platten mit Al-Deckschicht sichert dies die Kontinuität der Dampfsperre.
- TAG-Fräsung (Nut-Feder) oder LAP (Stufenfalz) — die Wahl des Kantenprofils beeinflusst die Dichtheit. Für den Fußboden wird TAG empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Dicke der PIR-Platte unter dem Estrich der erdberührten Bodenplatte ist ausreichend?
Halten PIR-Platten den Belastungen eines industriellen Fußbodens stand?
Kann man PIR-Platten direkt auf altem Beton ohne Abdichtung verlegen?
Unterscheidet sich termPIR® WS von termPIR® AL in den thermischen Parametern?
Wie löst man die Wärmebrücke an der Außenwand?
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