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Thermografie-Untersuchung: Wärmebrücken zuverlässig aufspüren | BOKKA

Thermografie-Untersuchung: Wärmebrücken zuverlässig aufspüren | BOKKA

Thermografie-Untersuchung — die Diagnostik, die die Wahrheit über die Dämmung offenlegt

Wärmebrücken, Unterbrechungen in der Dämmschicht, durchfeuchtete Bauteilbereiche oder schlecht eingebaute Fenster können selbst die beste energetische Sanierung zunichtemachen. All diese Mängel lassen sich innerhalb weniger Stunden mit einer Wärmebildkamera lokalisieren. Immer mehr Bauherren beauftragen eine solche Diagnostik — Eigentümer vor einer energetischen Sanierung ebenso wie Bauträger, die mit PIR-Dämmplatten niedriger λD ausgeführte Objekte abnehmen und die Ausführungsqualität bestätigen wollen. Das Thermogramm ist ein objektiver Beweis — die Kältekarte lügt nicht.

Wann die Thermografie-Messung durchführen — Messbedingungen

Aussagekräftige Ergebnisse erhält man ausschließlich in der Heizperiode, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Innenraum und Umgebung mindestens 15 K beträgt (gemäß DIN EN 13187 zur qualitativen Erkennung von Wärmebrücken und Wärmedämmmängeln in Gebäudehüllen). Optimale Bedingungen sind:

  • Außentemperatur unter +5 °C, idealerweise seit mehreren Tagen stabil,
  • windstill (Windgeschwindigkeit unter 1 m/s — Wind kühlt die Oberfläche aus und verfälscht das Bild),
  • bedeckter Himmel oder Messung nachts/früh am Morgen (keine Sonneneinstrahlung, die die Fassade aufheizt),
  • mindestens 12 Stunden vor der Messung keine Niederschläge (eine nasse Oberfläche verändert den Emissionsgrad).

Das Gebäudeinnere sollte mindestens 24 Stunden vor der Messung auf stabile Temperatur beheizt sein. Jede Abweichung von den optimalen Bedingungen muss der Operator dokumentieren und in der Auswertung der Thermogramme berücksichtigen — sonst verliert die Diagnose ihre Beweiskraft.

Wie eine Wärmebildkamera arbeitet und was das Thermogramm zeigt

Die Wärmebildkamera erfasst die Infrarotstrahlung (Bereich 8–14 µm), die jedes Objekt mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt aussendet. Der Mikrobolometer-Detektor rechnet die Strahlungsintensität in Oberflächentemperatur um — mit einer Genauigkeit von ±2 °C oder ±2 % (professionelle Kameras der R&D-Klasse erreichen ±1 °C). Das Ergebnis ist ein Thermogramm: eine Temperaturverteilungskarte in einer Farbpalette (meist Iron, Rainbow, Grayscale).

Die Messung ermöglicht:

  • Visualisierung der Wärmeverluste über die Bauteile,
  • Erkennung durchfeuchteter, beschädigter oder zu dünner Wärmedämmung,
  • Lokalisierung linearer Wärmebrücken (Ringanker, Stürze, Laibungen) und punktueller Wärmebrücken (Anker, Befestigungen),
  • Identifikation konstruktiver Mängel — Risse, Undichtigkeiten, Unterbrechungen der Dampfsperre,
  • Diagnostik von Elektroinstallationen (überhitzte Verbindungen) und Fußbodenheizungen (Lokalisierung der Schleifen, Leckagen).

Die Untersuchungen unterteilen sich in vereinfachte Messungen (orientierend, einige Dutzend repräsentative Thermogramme) und vollständige Messungen mit Protokoll nach DIN EN 13187 — inklusive fotografischer Dokumentation, Beschreibung der Messbedingungen und Emissionsgrad-Kalibrierung. Nur die vollständige Variante hat Beweiskraft in Gewährleistungs- und Gerichtsverfahren.

Was Thermogramme typischerweise zeigen — häufige Mängel

MangelBild im ThermogrammHäufigste Ursache
Lineare Wärmebrücke am RingankerHorizontale warme Linie unter der DeckeFehlende Ringankerdämmung oder unterbrochene Dämmschicht
Wärmebrücke an der FensterlaibungWarme Fensterkontur von innenNicht angedrückte Dämmung, fehlende Laibungsdämmung
Unterbrechung der DachdämmungFlecken zwischen den SparrenSchlecht eingepasste Zwischensparrenplatten
DurchfeuchtungDunkle (kühle) Zone mit unregelmäßiger FormLeckage, Kondensation, Dampfbrücke
Fehlende Dichtheit an PlattenstößenLineare Wärmeleckagen entlang der FugenFehlendes Abkleben oder mangelhafte Stufenfalz

Der letzte Punkt ist für die PIR-Dämmung entscheidend. Platten mit gasdichter Aluminiumkaschierung wie termPIR® AL erfordern eine Verklebung der Stöße mit Aluminiumband. Wird das Abkleben weggelassen, entstehen lineare Wärmebrücken, die im Thermogramm wie ein Netz aussehen.

Wie das Thermogramm die Wirksamkeit der PIR-Dämmung verifiziert

PIR-Dämmplatten erreichen die deklarierten Kennwerte nur bei durchgehender Dämmschicht und korrekter Produktauswahl für das jeweilige Bauteil. Die Wärmebildkamera bestätigt, dass das Projekt gemäß WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) realisiert wurde:

  • Dach U ≤ 0,15 W/m²K,
  • Außenwand U ≤ 0,20 W/m²K,
  • erdberührte Bodenplatte U ≤ 0,30 W/m²K.

Bei λD = 0,022 W/(m·K) (termPIR® AL) reichen 150 mm aus, um ein Dach-U von ~0,14 W/m²K zu erreichen. Die Premium-Variante termPIR® MAX 19 AL mit λD = 0,019 W/(m·K) erzielt denselben Wert bei nur 130 mm — wichtig dort, wo eine minimale Aufbauhöhe zählt (Terrassen, Aufsparrendächer über historischen Dachstühlen).

Besondere Bedeutung hat die Produktauswahl in Abhängigkeit von der Montagemethode. Bei WDVS zeigt das Thermogramm häufig großflächige Wärmebrücken, wenn der Ausführende die falsche Kaschierung gewählt hat. Für dünnschichtige Putze ist termPIR® ETX mit Glasvlies und ETA 17/0066 bestimmt — die gasdurchlässige Kaschierung gewährleistet Dampfdiffusion sowie Haftung von Kleber und Putz. Fundamente und Sockel erfordern hingegen termPIR® WS mit erhöhter Feuchtebeständigkeit.

Thermografie in der Bauphase und bei der Bauabnahme

Ein Thermogramm, das vor dem Verdecken der Dämmschicht erstellt wird (z. B. vor der OSB-Montage über den Sparren oder vor dem Putzauftrag im WDVS), deckt Fehler auf, deren Behebung nur einige hundert Złoty kostet. Derselbe Fehler, ein Jahr später entdeckt — ein Teil der Putzfassade muss abgeschlagen werden, die Kosten steigen auf mehrere tausend. Immer häufiger ist das Thermografie-Protokoll Bestandteil der technischen Abnahme bei Gewerbeobjekten: Logistikparks, Produktionshallen, Premium-Showrooms. Der Investor beauftragt einen unabhängigen Sachverständigen und setzt auf dieser Basis Nachbesserungen beim Generalunternehmer in der Gewährleistungszeit durch.

Bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden ermöglicht die Thermografie eine Optimierung des Sanierungsumfangs — statt das gesamte Gebäude zu dämmen, kann man sich auf neuralgische Punkte konzentrieren: Laibungen, Ringanker, Attiken, Balkone. Das wirkt sich unmittelbar auf den ROI der Investition aus.

FAQ — häufig gestellte Fragen

Kann eine Thermografie-Messung im Sommer durchgeführt werden?

Im Sommer ist die Messung für die Diagnostik der Wärmedämmung nicht aussagekräftig, da die Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen zu gering ist (DIN EN 13187 fordert ΔT ≥ 15 K). Eine sommerliche Thermografie eignet sich lediglich zur Beurteilung von Elektroinstallationen, Photovoltaik oder Fußbodenheizungen — nicht jedoch zur Bewertung der Durchgängigkeit der Wand-, Dach- oder Deckendämmung. Optimaler Zeitraum ist November–März bei stabilen Wetterbedingungen, ohne Sonneneinstrahlung und Wind.

Ist ein Thermogramm ein Beweismittel in einem Streit mit dem Ausführenden?

Ja, aber nur in der vollständigen Variante — das Protokoll muss der DIN EN 13187 entsprechen, Daten des zertifizierten Operators enthalten (z. B. ITC Level 1/2), Messbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Bewölkung), Emissionsgrad, Kamerakalibrierung sowie die Auswertung jedes einzelnen Thermogramms. Eine vereinfachte Dokumentation hat ausschließlich orientierenden Charakter und stellt kein gerichtsverwertbares Beweismittel dar. Vor der Auftragsvergabe lohnt es sich, beim Dienstleister nach einem Musterprotokoll zu fragen.

Sind PIR-Platten im Thermogramm sichtbar?

Die Platten sind nicht direkt sichtbar — die Kamera erfasst die Oberflächentemperatur des Bauteils. Eine fachgerecht montierte termPIR®-Schicht ergibt ein gleichmäßig kühles Bild der Fassade (von außen) bzw. ein gleichmäßig warmes Bild (von innen). Jede Unterbrechung — nicht verklebte Stöße, Fehlstellen an den Stufenfalzen, nicht angedrückte Bereiche — zeigt sich als lineare „Wärmeleckage”. Das Thermogramm ist somit ein indirekter, aber sehr zuverlässiger Nachweis der Montagequalität.

Was kostet eine professionelle Thermografie-Untersuchung eines Hauses?

Für ein Einfamilienhaus kostet die vollständige Variante orientierend 600–1500 PLN (Stand 2024) — je nach Fläche und Standort. Die vereinfachte Variante (reine Begehung mit Kamera ohne Protokoll) liegt bei 200–400 PLN. Für Gewerbeobjekte — Hallen, Lager, Bürogebäude — wird der Preis individuell kalkuliert und kann mehrere zehntausend Złoty erreichen. Das ist immer noch ein Bruchteil der Kosten für Nachbesserungen von Mängeln, die erst nach dem Verdecken der Schichten entdeckt werden.

Bedeutet eine Wärmebrücke immer einen Ausführungsfehler?

Nicht immer. Ein Teil der Wärmebrücken sind konstruktive Wärmebrücken, die sich aus der Gebäudegeometrie ergeben (Ecken, Attiken, Bauknoten) — diese sind bereits in der Planungsphase zu minimieren, etwa durch termPIR® aufsparren statt ausschließlich zwischen den Sparren. Ausführungsbedingte Wärmebrücken (nicht angedrückte Platten, fehlendes Abkleben, ausgelassene Ringankerdämmung) sind Mängel, die im Rahmen der Gewährleistung zur Nachbesserung qualifizieren.

Planen Sie eine energetische Sanierung oder die Abnahme einer Neuinvestition und möchten eine PIR-Dämmung wählen, die den Thermografie-Test wirklich besteht? Kontaktieren Sie unser Team — wir helfen bei der Auswahl eines Produkts aus der Linie termPIR® für das konkrete Bauteil und die jeweilige Montagemethode.

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