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EI 120 für Sandwichpaneele — unter welchen Bedingungen? 10 Fallen der Brandschutzklassifizierung

EI 120 für Sandwichpaneele — unter welchen Bedingungen? 10 Fallen der Brandschutzklassifizierung

Eine Situation, die kein Investor will

Eine 8 Meter hohe Lagerhalle, Trennwände zwischen Brandabschnitten. Der Planer hat EI 120 vorgesehen. Der Ausführende kaufte ein Sandwichpaneel mit Mineralwollkern — im Datenblatt des Herstellers steht „EI 120”, also alles in Ordnung. Die Paneele wurden horizontal montiert, die Spannweite zwischen den Stützen beträgt 7 Meter.

Anderthalb Jahre später wird die Feuerwehr bei der Abnahme die Brandschutzklassifizierungsbescheinigung verlangen und nicht nur das Produktdatenblatt. Nach einem Nachmittag stellt sich heraus, dass das Paneel mit der Deklaration „EI 120” — unter Prüfbedingungen — EI 120 nur bis zu einer Spannweite von 4 m erreicht, und bei 7 m maximal EI 90. Die im Projekt deklarierte Klasse gilt nicht. Es steht die Frage: Wer übernimmt die Kosten für das Gutachten, zusätzliche Gipskartonverkleidung oder neue Innensäulen?

Das ist kein hypothetisches Szenario. Das ist Alltag auf polnischen Baustellen. Die Brandschutzklassifizierung eines Sandwichpaneels ist keine Materialeigenschaft — sie ist ein Vertrag, der mit konkreten Prüfbedingungen geschlossen wurde. Ändern Sie einen Parameter und die Klasse verliert ihre Gültigkeit.

In diesem Leitfaden zeigen wir die 10 Bedingungen, die darüber entscheiden, ob die deklarierte EI/REI-Klasse tatsächlich das Gebäude schützt — und wie man nicht in die Falle des „Katalogblatts” tappt.

Brandschutzklassifizierung ist ein Vertrag, keine Materialeigenschaft

Hersteller von Sandwichpaneelen geben in Katalogen die Feuerwiderstandsklassen in Kurzform an — „EI 60”, „REI 120”, „BROOF(t1)”. Es sieht aus wie ein physikalischer Parameter, wie λD oder die Dichte. Und das ist es überhaupt nicht.

Die Feuerwiderstandsklasse im Sinne der PN-EN 13501-2 ist das Ergebnis einer konkreten Prüfung in einem benannten Labor — gemäß der Norm PN-EN 1364-1 für nichttragende Wände, PN-EN 1364-2 für Decken oder PN-EN 1365-2 für Dächer und Decken. Jede Prüfung hat einen klar definierten direkten Anwendungsbereich (direct field of application) und optional einen erweiterten Anwendungsbereich (extended application).

Was bedeutet das in der Praxis? Zitat aus dem Klassifizierungsbericht einer Trennwand aus Sandwichpaneelen mit Mineralwollkern (benannte Stelle, Prüfung 2022):

Klassifizierung EI 120 bis zu einer maximalen Spannweite von 6,0 m in 1-Feld-Anordnung mit Befestigung an Stahlstützen mit Profilen L 100×50×3 mm durch selbstbohrende Schrauben ø5,5/6,3×150 mm mit Unterlegscheiben mit EPDM-Dichtung, im Abstand von 50 mm von den Längskanten des Paneels und in der Mitte der Paneelbreite. Ohne feuerbeständigen Dichtstoff innerhalb der Paneelverbindungen.

In diesem einen Absatz sind neun separate Parameter enthalten, die zusammen „EI 120” für dieses konkrete Paneel definieren. Ändern Sie einen davon — und die Klasse kann sinken oder ihre Gültigkeit verlieren.

10 Bedingungen, die über die Gültigkeit der Klassifizierung entscheiden

1. Spannweite der Stützen (span)

Das ist die häufigste planerische Falle. Die EI/REI-Klasse für dasselbe Paneel ändert sich mit der Spannweite des Feldes. Je größer die Spannweite, desto niedriger die Klasse.

Konkretes Beispiel aus Prüfungen eines Sandwichpaneels mit Mineralwollkern, Dicke 120 mm:

StützweiteFeuerwiderstandsklasse
bis 4,0 mEI 180
bis 7,5 mEI 120

Dasselbe Paneel. Nur Änderung der Spannweite. Die Klasse sinkt von 180 Minuten auf 120 Minuten — das ist der Unterschied zwischen Erfüllung der Anforderungen der Gebäudeklasse „B” PM und der Notwendigkeit, zusätzlichen Schutz einzubauen.

Für Paneele mit PIR-Kern ist der Abfall dramatischer:

PIR-Deckenpaneel, 120 mmKlasse
Spannweite bis 4,0 mEI 30
Spannweite bis 6,0 mEI 20
Spannweite bis 7,5 mEI 15

Ein Planer, der im Produktdatenblatt „EI 30” sieht und die maximale Spannweite nicht überprüft, erhält in einer Halle mit einem Stützenraster von 7 m tatsächlich EI 15 — also die Hälfte weniger.

2. Anzahl der Felder und Stützenanordnung

Die Klassifizierung wird in der Regel für eine 1-Feld-Anordnung (Paneel zwischen zwei Stützen) oder 2-Feld-Anordnung (mit Zwischenstütze) ausgestellt. Das ist nicht dasselbe.

Bei einer 1-Feld-Prüfung biegt sich das Paneel unter Temperatureinwirkung frei. In einer durchlaufenden Anordnung (2-Feld) verhält es sich anders — das Biegemoment ist verteilt, aber die Fugen über der Mittelstütze sind ein neuer kritischer Punkt.

Praktische Auswirkungen:

  • Die EI-120-Klasse aus einer 1-Feld-Prüfung gilt nicht automatisch in einer 2-Feld-Anwendung.
  • Eine 2-Feld-Prüfung ermöglicht in der Regel eine größere Anwendungsspannweite (z. B. bis 7,5 m vs. 6,0 m), aber für eine niedrigere Klasse.
  • Jede Mehrfeldanwendung (3+ Stützen) erfordert eine separate Überprüfung — oft ein technisches Gutachten.

3. Montagerichtung (Orientierung)

Vertikal oder horizontal? Bei vielen Sandwichpaneelen hängt die Klasse von der Orientierung ab, da das Verhalten unter Temperatur unterschiedlich ist:

  • Vertikal — Wärme wird von oben nach unten durch Konvektion innerhalb des Kerns übertragen
  • Horizontal — die Temperatur verteilt sich gleichmäßig, aber das Eigengewicht des Paneels wirkt in einer anderen Achse

Hersteller prüfen oft beide Anordnungen. Die Klassifizierung präzisiert: „EI 120 für horizontale Orientierung” oder „für vertikale Orientierung” — oder „für beide”, wenn separate Tests durchgeführt wurden.

Die Planung einer vertikalen Paneelanordnung auf Basis einer horizontalen Prüfung (oder umgekehrt) ohne Verifizierung ist ein klassischer Planungsfehler.

4. Befestigung — Typ, Durchmesser, Anzahl, Unterlegscheibe

Die Befestigung ist kein Montagedetail — sie ist ein integraler Bestandteil der Prüfung. Die Klassifizierung präzisiert:

  • Schraubendurchmesser: ø5,5 vs. ø6,3 mm
  • Länge: typischerweise 100–200 mm je nach Paneeldicke
  • Typ: selbstbohrend, selbstschneidend, mit Gummi- oder EPDM-Unterlegscheibe
  • Verteilung: Anzahl der Schrauben pro Stütze (typisch 4–5), Abstand zur Kante (in der Regel 50 mm)
  • Material der Tragkonstruktion: ob die Prüfung an einem Stahlprofil L 100×50, HEA, einer Holzlatte oder Stahlbeton durchgeführt wurde

Zitat aus internationalen Branchenrichtlinien:

Eine unsachgemäße Befestigung mit metallischen Verbindungselementen durch ein Sandwichpaneel kann zu einem frühen Versagen des Paneels unter Brandeinwirkung führen, obwohl sich dieselbe Konstruktion unter normalen Bedingungen ordnungsgemäß verhält — die Deckschichten verlieren die Verbindung zur Tragkonstruktion.

In der Praxis: Ein Ausführender, der ohne Rücksprache mit dem Planer die Schrauben durch „günstigere” 4,8 mm ersetzt, macht die Klasse ungültig, auch wenn alles andere stimmt.

5. Fugenabdichtung (joint seal)

Die Fugen von Sandwichpaneelen — Nut-Feder, Labyrinthschloss, gerade Kante — sind Kanäle, durch die im Brandfall Wärme und Gase strömen. Die Prüfung präzisiert:

  • Ohne feuerbeständigen Dichtstoff innerhalb der Fugen (typisch für Schnellprüfungen, MW)
  • Mit Quellband (z. B. TermPaint) in den Fugen (für höhere EI-Klassen)
  • Mit feuerbeständigem Silikon FIRE-ACRYL für spezielle Anwendungen
  • Mit Butyl- oder EPDM-Band für Gasdichtheit

Wenn die Prüfung ohne Dichtstoff innerhalb der Fugen durchgeführt wurde und der Ausführende auf der Baustelle „zur Sicherheit” normales (brennbares) Silikon verwendet — senkt er paradoxerweise die Klasse, weil er ein Material hinzufügt, das in der Prüfung nicht vorhanden war.

Häufigste Fehler:

  • Fehlender Dichtstoff dort, wo die Prüfung ihn erforderte
  • Verwendung von brennbarem Dichtstoff anstelle von feuerbeständigem
  • Auslassen des Quellbands in den Hauptfugen für EI 60+

6. Dicke der Metalldeckschichten

Ein Sandwichpaneel ist ein Isolierkern (PIR, MW, EPS) zwischen zwei Stahldeckschichten — in der Regel Blech 0,4–0,7 mm. Die Dicke der Deckschichten ist ein Prüfparameter:

  • Innere Deckschicht 0,5 mm, äußere 0,5 mm — typische MW-Konfiguration
  • Innere Deckschicht 0,6 mm, äußere 0,5 mm — verstärkte Version

Der Hersteller kann dieselbe Paneelvariante mit unterschiedlichen Deckschichtdicken anbieten. Die für 0,5/0,5 ausgestellte Klasse gilt nicht für 0,4/0,5. Einige Prüfungen enthalten im Anwendungsbereich die Klausel „min. 0,5 mm” — dann verlieren dünnere Deckschichten die Klasse.

7. Tragkonstruktion

Die Konstruktion, an der das Paneel montiert wurde, ist Teil der Prüfung:

  • Stahl-L-Profile (z. B. 100×50×3 mm) — typisch für Trennwände
  • HEA-, IPE-Profile — Tragkonstruktionen von Hallen
  • Holzkonstruktion (Latten, Sparren) — Schrägdächer
  • Stahlstäbe, Hutprofile, einlagige/Kreuzlattung

Die Anwendung auf einer anderen Konstruktion ist eine andere Prüfung. Der Hersteller kann separate Klassifizierungen für typische Konfigurationen haben — der Planer muss überprüfen, welche Konstruktion in der Prüfung vorlag, auf deren Grundlage er die Klasse deklariert.

8. Dachbedeckung (BROOF t1)

Für Flachdächer ist die Klasse BROOF(t1) entscheidend — die Widerstandsfähigkeit des Daches gegen Feuer von außen. Diese Prüfung erfordert IMMER die Spezifizierung des gesamten Systems:

  • Bedeckung: PVC-, TPO-, EPDM-Membran, Bitumenbahn (jede separat!)
  • Befestigungsart der Bedeckung: geklebt, mechanisch, mit Auflast
  • Untergrund: Spanplatte, Bretter, Beton, Trapezblech
  • Dachneigung: in der Prüfung in der Regel 15°
  • Prüfbedingungen: Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit

PIR-Paneel + PVC-Membran können BROOF(t1) haben. Dasselbe Paneel + TPO-Membran erfordert eine separate Prüfung. Die Kerndichte ist zusätzlich bedingt — beispielsweise für Polyurethankerne: PUR min. 35 kg/m³ für BROOF(t1), für Mineralwolle MW-Lamellen min. 80 kg/m³ oder MW-Platten min. 110 kg/m³.

Ein Ausführender, der die geplante „PVC-Bedeckung” durch „TPO, weil es billiger war” ersetzt — macht BROOF ungültig.

9. Brandverhaltensklasse des Kerns pro Dicke

Das ist eine Falle für Planer, die die Dämmstärke dimensionieren. Die Brandverhaltensklasse des Kerns (EN 13501-1) ändert sich mit der Dicke. Beispiel für PIR-Kerne:

  • 20–49 mm — Klasse F
  • 50–250 mm — Klasse E

Einige Projekte erfordern mindestens Klasse E für den Kern. Ein Planer, der „Klasse E” aus dem Produktdatenblatt übernimmt, ohne die Dicke zu prüfen, kann ein PIR-Paneel 30 mm in einer Anwendung vorschlagen, die Klasse E erfordert — also formal unzulässig gemäß dem Prüfdokument.

Bei Sandwichpaneelen mit Mineralwollkern (Klasse A2-s1 d0) ist dieses Problem geringer — Mineralwolle ist in allen Dicken nicht brennbar.

10. Temperaturkurve der Prüfung

Standardmäßige Feuerwiderstandsprüfungen verwenden die ETK-Kurve (Eurocode, Einheits-Temperaturzeit-Kurve). Diese Kurve spiegelt einen Innenbrand in Wohn-/Bürogebäuden wider.

Für spezielle Objekte gelten andere Kurven:

  • HC (hydrocarbon) — Kohlenwasserstoffbrand, z. B. Petrochemie, Treibstofflager
  • RWS (Rijkswaterstaat) — Straßen- und Eisenbahntunnel
  • Außenkurve — Fassaden

Die Klassifizierung EI 120 nach ETK gilt nicht für ein Objekt, das einer HC-Prüfung unterliegt. Für die meisten typischen PM/ZL-Objekte reicht ETK aus — aber bei speziellen Projekten (Tunnel, Petrochemie, Flughafenterminals) muss man dies überprüfen.

Realität der Zahlen — Tabelle aus konkreten Prüfungen

Wir zeigen direkt, wie sich die Klasse in Abhängigkeit von Spannweite und Dicke ändert — basierend auf Klassifizierungsprüfungen für unsere Sandwichpaneele mit Mineralwollkern (GS MW QA) sowie mit PIR-Kern (GS insPIRe).

Sandwichpaneele MW (Mineralwolle), 1-Feld-Anordnung

PaneelDickeSpannweite ≤ 4,0 mSpannweite ≤ 6,0 mSpannweite ≤ 7,5 m
GS MW QA S/U/CH (Wand)100 mmEI 120EI 90EI 90
GS MW QA S/U/CH (Wand)120 mmEI 180EI 120EI 120
GS MW QA S/U/CH (Wand)200 mmEI 240EI 180EI 120

PIR-Sandwichpaneele, 1-Feld-Anordnung

PaneelDickeSpannweite ≤ 4,0 mSpannweite ≤ 6,0 mSpannweite ≤ 7,5 m
GS insPIRe S/U/CH (PIR)100 mmEI 30EI 20EI 15
GS insPIRe S/U/CH (PIR)120 mmEI 30EI 20EI 15
GS insPIRe S/U/CH (PIR)140 mmEI 30EI 30EI 20

Praktische Schlussfolgerungen:

  1. MW-Paneele liefern höhere Klassen als PIR — das ist offensichtlich, aber der Unterschied ist größer, als Planer denken. 120 mm MW = EI 180 vs. 120 mm PIR = EI 30.
  2. PIR bewährt sich dort, wo EI 15–30 erforderlich ist (die meisten Trennwände in PM-Objekten der Klasse „C/D/E”).
  3. MW ist unverzichtbar dort, wo EI 60+ erforderlich ist (Gebäudeklassen „A/B”, Trennung von Brandabschnitten).
  4. Die Spannweite hat einen größeren Einfluss als die Dicke — der Übergang von 7,5 m auf 4 m erhöht die Klasse um 1–2 Stufen. Manchmal lohnt es sich, eine Zwischenstütze hinzuzufügen, anstatt die Dämmung zu verdicken.

Hinweis: Die obigen Tabellen sind eine Illustration des Prinzips — konkrete Werte für Ihr Projekt hängen von der genauen Konfiguration ab (Befestigung, Fugen, Tragkonstruktion). Überprüfen Sie immer die Klassifizierungsbescheinigung für die gewählte Variante.

5 häufigste Fallen auf der Baustelle

Aus unseren Erfahrungen bei Investitionsprojekten:

Falle 1 — „REI/EI aus dem Katalog im Projekt”

Der Planer schreibt in die technische Beschreibung: „Trennwand EI 60” und wählt das Paneel nach der Deklaration des Herstellers aus. Er überprüft nicht, für welche Spannweite, Befestigung und Richtung die Deklaration gilt. Bei der Abnahme fragt der Brandschutzinspektor nach der Klassifizierungsbescheinigung (nicht dem Produktdatenblatt) und es stellt sich heraus, dass die Konfiguration im Projekt nicht in den Anwendungsbereich der Prüfung fällt.

Heilmittel: Schreiben Sie in die technische Beschreibung die Prüfkonfiguration — Spannweite, Befestigung, Richtung — gemäß der Klassifizierungsbescheinigung des Herstellers.

Falle 2 — Schraubenwechsel

Der Ausführende erhält die Paneele mit einem Montagehandbuch, das Schrauben ø5,5×150 mm in entsprechender Anzahl vorgibt. „Aus Sparsamkeitsgründen” tauscht er sie gegen 4,8×130 aus, „weil sie sowieso halten”. Unter normalen Bedingungen — halten sie. Im Brandfall verliert das Paneel früher die Verbindung zur Konstruktion und die EI-Klasse wird nicht erreicht.

Heilmittel: Die Befestigungsspezifikation ist Teil der Klassifizierung, keine Montageempfehlung. Es gibt keine Verhandlungen.

Falle 3 — Fugenabdichtung „zur Sicherheit”

Der Ausführende sieht Spalten zwischen den Paneelen und spritzt zur Sicherheit normales Silikon ein. In der Prüfung gab es kein Silikon — oder es war feuerbeständiges FIRE-ACRYL. Normales Silikon ist ein brennbares Material, das die Randbedingung der Prüfung verändert. Die Klasse verliert formal ihre Gültigkeit.

Heilmittel: Verwenden Sie nur Dichtstoffe gemäß dem Klassifizierungsdokument. „Besser nichts” als „irgendetwas”.

Falle 4 — Horizontale vs. vertikale Orientierung

Der Planer zeichnet die Wand vertikal, der Installateur (aufgrund der Paneellänge oder der Hallengeometrie) montiert sie horizontal. Die Klassifizierung war für vertikal. Die Klasse verliert ihre Gültigkeit bis zu einer separaten Prüfung der horizontalen Orientierung.

Heilmittel: Die Montagerichtung muss im Projekt markiert und durch die Klassifizierung des Herstellers vor dem Kauf bestätigt werden.

Falle 5 — Zusätzliche Perforationen und Installationen

Die Klassifizierung gilt für eine vollständige, nicht perforierte Wand oder Decke. Jede zusätzliche Perforation — Lüftungsdurchgang, Steckdose, Kabeltrasse, Installationsschraube — ist eine potenzielle Ungültigmachung der Klasse an der Perforationsstelle.

Heilmittel: Installationsdurchgänge erfordern eine separate, zertifizierte feuerbeständige Durchführung (z. B. Hilti-Manschetten, CP-Massen). Die Klassifizierung des Paneels umfasst das Paneel, nicht die Durchgänge.

Was zu tun ist — Checkliste für Planer und Ausführende

Für den Planer

  • Bestimmen Sie die Klasse, die von den Building Regulations (WT 2021) gefordert wird (z. B. EI 60 für eine Wand, die Brandabschnitte in PM Klasse „B” trennt)
  • Beschaffen Sie die Klassifizierungsbescheinigung des gewählten Herstellers (nicht das Produktdatenblatt — die von der benannten Stelle ausgestellte Klassifizierungsbescheinigung)
  • Überprüfen Sie den Anwendungsbereich: maximale Spannweite, Stützenanordnung, Richtung, Befestigung, Tragkonstruktion
  • Tragen Sie in der technischen Beschreibung die Konfiguration aus der Bescheinigung ein: „EI 60, Spannweite max. 6,0 m, 1-Feld-Anordnung, Befestigung ø5,5×150 mm im Abstand von 50 mm zur Kante”
  • Spezifizieren Sie die Fugenabdichtung gemäß der Prüfung
  • Überprüfen Sie die Brandverhaltensklasse des Kerns pro Dicke (PIR: F für 20–49 mm, E für 50+)
  • Für Dächer: Wählen Sie eine Bedeckung, die mit dem Paneel ein BROOF(t1)-System bildet

Für den Ausführenden

  • Erhalten Sie vom Planer die Klassifizierungsbescheinigung zusammen mit dem Projekt
  • Überprüfen Sie, ob die bestellte Variante der Konfiguration aus der Bescheinigung entspricht (Variante, Deckschichtdicke, Profile)
  • Ändern Sie nicht Schrauben, Unterlegscheiben, Dichtstoffe ohne Zustimmung des Planers und Bestätigung der Kompatibilität mit der Prüfung
  • Montieren Sie gemäß der in der Bescheinigung angegebenen Richtung
  • Dokumentieren Sie: Fotos von der Baustelle mit Ansicht der Befestigungen, Fugen, Abdichtungen — im Falle einer Brandschutzkontrolle sind sie Beweise für die Konformität
  • Lösen Sie Installationsdurchgänge mit zertifizierten Durchführungen, nicht improvisierend

Wie BOKKA hilft

Wir sind direkter Distributor von Sandwichpaneelen mit PIR-Kern (GS insPIRe) sowie mit Mineralwollkern (GS MW QA). Wir haben eine Datenbank von 539 Klassifizierungsdokumenten des Herstellers — DoP, ETA, AVCP1-Zertifikaten sowie vollständigen Klassifizierungsberichten von benannten Stellen (ICiMB 1487, ITB 1488, IMBiGS 1454, CERTBUD 2310, FIRES 1396 und andere).

Was das für Ihr Projekt bedeutet:

  • Wir überprüfen die Konfiguration — vor der Abgabe des Angebots bestätigen wir, ob die gewählte Variante unter Ihren Bedingungen (Spannweite, Richtung, Befestigung) die deklarierte EI/REI-Klasse tatsächlich erfüllt.
  • Wir wählen das Produkt nach Klasse aus — Sie haben eine Anforderung EI 120 für eine 8-m-Wand? Wir weisen die konkrete Variante + Dicke aus, die dies bei Ihrer Spannweite gewährleistet.
  • Wir liefern die Dokumentation — die Klassifizierungsbescheinigung von der benannten Stelle erreicht Sie zusammen mit der Lieferung. Das ist der Nachweis für die Brandschutzbehörde.
  • Wir beraten bei Fallen — Befestigung, Fugen, Richtung — bevor der Ausführende einen Fehler macht.

Ihr technischer Ansprechpartner für Projekte mit Sandwichpaneelen:

🤝 Kostenlose technische Beratung von BOKKA — wir helfen Ihnen, das Produkt und die vollständige Dokumentation für Ihr Projekt auszuwählen.

FAQ

Gilt die EI-Klasse aus dem Katalog immer? Nein. Die EI-Klasse aus dem Katalog ist ein Hinweis, keine rechtlich bindende Deklaration. Das bindende Dokument ist die von einer benannten Stelle ausgestellte Klassifizierungsbescheinigung mit präzisem Anwendungsbereich. Bei der Abnahme kann die Brandschutzbehörde dieses Dokument verlangen.

Was ist der „erweiterte Anwendungsbereich” (extended application)? Die Norm PN-EN 13501-2 erlaubt es, dass die Ergebnisse einer Prüfung auf ähnliche Konfigurationen erweitert werden — z. B. von der geprüften Spannweite von 3 m auf eine Anwendungsspannweite von 7,5 m, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind (Δf ≤ 0,01 bei Durchbiegungsmessungen, keine Konstruktionsänderung usw.). Jede Erweiterung erfordert eine separate Entscheidung der benannten Stelle — man kann nicht eigenmächtig erweitern.

Kann ein PIR-Paneel EI 60 haben? Ein PIR-Paneel erreicht an sich in typischen Prüfungen EI 15–30 als Wand- oder Deckenelement. Klassen EI 60+ mit PIR sind nur im System erreichbar — z. B. mit Gipskartonplatten (DF, DFH1IR) als Brandschutzverkleidung. Dann stammt die Klasse aus der Prüfung des Gesamtsystems (z. B. termPIR® + 2× DF 12,5 mm = REI 60).

Was ist wichtiger: Brandverhaltensklasse oder Feuerwiderstand? Beides. Das Brandverhalten (Klassen A1, A2, B, C, D, E, F nach EN 13501-1) beschreibt, wie sich das Material in der ersten Brandphase verhält — ob es sich entzündet, ob es Rauch erzeugt, ob es brennende Tropfen produziert. Der Feuerwiderstand (REI/EI nach EN 13501-2) beschreibt, wie lange das gesamte Wand- oder Deckenelement die Kriterien Tragfähigkeit (R), Raumabschluss (E) und Wärmedämmung (I) erfüllt. Die Building Regulations (WT 2021) fordern beides — unterschiedlich für verschiedene Gebäudeklassen.

Gilt eine Prüfung aus dem Jahr 2018 noch? Ja, wenn das Paneel weiterhin in derselben Technologie und mit demselben Kern hergestellt wird. Benannte Stellen stellen Klassifizierungen in der Regel für 3–5 Jahre aus — nach diesem Zeitraum verlangen sie eine Erneuerung oder Bestätigung, dass sich nichts geändert hat. Überprüfen Sie das Gültigkeitsdatum der Klassifizierungsbescheinigung.

Kann ich den Hersteller der Befestigungen auf der Baustelle wechseln? In der Regel nicht — Befestigungen (Schrauben, Unterlegscheiben) sind ein integraler Bestandteil der Prüfung. Ausnahme: Einige Klassifizierungen enthalten den Eintrag „selbstbohrende Schrauben mit gleichwertigen mechanischen Parametern” — dann ist ein Austausch zulässig, wenn Sie die Gleichwertigkeit dokumentieren. Ohne einen solchen Eintrag — macht der Austausch die Klasse ungültig.

Zusammenfassung

Die Klasse EI 120 aus dem Katalog ist ein Versprechen. Die Klasse EI 120 aus der Klassifizierungsbescheinigung, mit einem Anwendungsbereich, der Ihre Konfiguration abdeckt — ist ein Nachweis. Der Unterschied zwischen diesen beiden Dokumenten beträgt sogar mehrere zig Minuten realen Feuerwiderstands Ihres Gebäudes.

Die Planung des Brandschutzes mit Sandwichpaneelen ist nicht kompliziert — sie erfordert lediglich das Verständnis, dass die Feuerwiderstandsklasse ein unter Prüfbedingungen geschlossener Vertrag ist, keine Materialeigenschaft. Überprüfen Sie Spannweite, Befestigung, Richtung, Fugen, Tragkonstruktion. Verifizieren Sie die Brandverhaltensklasse pro Dicke. Halten Sie sich an die Spezifikation des Herstellers.

Bei Zweifeln — melden Sie sich. Eine kostenlose Beratung vor der Bestellung erspart wochenlange Gutachten nach der Abnahme.


Quellen und Rechtsgrundlagen:

  • Verordnung des Ministers für Infrastruktur über die technischen Bedingungen, denen Gebäude und ihre Lage entsprechen müssen (Polnische Bauverordnung) — Kapitel 2, §§ 212–219
  • PN-EN 13501-1:2018 — Klassifizierung von Bauprodukten und Bauteilen zu ihrem Brandverhalten — Brandverhalten
  • PN-EN 13501-2:2023-09 — Klassifizierung von Bauprodukten und Bauteilen zu ihrem Brandverhalten — Feuerwiderstand
  • PN-EN 1364-1:2015 — Feuerwiderstandsprüfungen für nichttragende Bauteile — Wände
  • PN-EN 1365-2:2014 — Feuerwiderstandsprüfungen für tragende Bauteile — Decken und Dächer
  • PN-EN 14509:2013 — Selbsttragende Sandwich-Elemente mit beidseitigen Metalldeckschichten

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