Schallschutz R'w 30/35/40 dB in Hallen aus Sandwichplatten
„Ist es in einer Halle aus Sandwichplatten laut?”
Kurze Antwort: hängt vom Kern der Platte + der Dicke + der Systemkonfiguration ab.
- PIR 100 mm: R’w ~22–25 dB (schlecht)
- Mineralwolle 100 mm: R’w ~32–35 dB (mittel)
- Mineralwolle 150 mm + absorbierende Decke: R’w 40+ dB (gut)
In der Praxis: PIR dämmt akustisch schlecht, Mineralwolle deutlich besser. Für Produktionshallen mit Menschen, die 8 Stunden täglich dort arbeiten, ist das von Bedeutung.
In diesem Text zeigen wir konkrete akustische Daten aus Laborprüfungen von GS MW QA + wie man die Dämmung nach der akustischen Anforderung auswählt.
Was ist R’w und was bedeutet es in Dezibel
R’w (mit Apostroph) = bewertetes Schalldämm-Maß eines Bauteils für Luftschall. Gemessen in dB (Dezibel). Je höher, desto besser wird der Lärm gedämpft.
R'w = 30 dB → „Flüstergespräch durch die Wand hörbar"
R'w = 35 dB → „normales Gespräch schwach hörbar"
R'w = 40 dB → „lautes Gespräch schwach hörbar, Schreien hörbar"
R'w = 50 dB → „Rockmusik leise hörbar"
R'w = 60 dB → „Musik laut als Rauschen hörbar"
Eine Differenz von +10 dB = 2× leiser (subjektiv empfunden). Das heißt R’w 40 vs. R’w 30 sind nicht 33 % besser — das ist 2× leiser im Empfinden.
Norm R vs. R’ (Apostroph)
- R = Labormessung ohne Wärme- bzw. Schallbrücken (ideales Bauteil ohne Anschlüsse)
- R’ (R prim) = Messung unter realen Bedingungen (berücksichtigt Schallbrücken über Decken, Unterdecken, Anschlüsse an Wände)
R’ ist in der Regel um 5–10 dB niedriger als R. Für das Projekt immer auf R’w (mit Apostroph) achten — das ist die tatsächliche Schalldämmung auf der Baustelle.
Akustische Anforderungen an Hallen in Polen
| Hallentyp | Anforderung R’w Außenwand | Anforderung R’w Trennwand |
|---|---|---|
| Standardlager | keine Anforderung (keine Menschen) | keine |
| Lager mit Büro | 35 dB (auf der Büroseite) | 45 dB (Abtrennung des Büros) |
| Ruhige Produktionshalle (Montage, Sortierung) | 35–40 dB | 45 dB |
| Laute Produktionshalle (Bearbeitung, Walzen) | 45 dB | 55 dB (Abtrennung ruhiger Arbeitsplätze) |
| Spezialhalle (Studio, Konzertsaal) | 50+ dB | 60+ dB |
Rechtsgrundlage: PN-B-02151-3:2015 (Bauakustik — Anforderungen) + Arbeitsschutz (Lärmexposition der Beschäftigten — Dz.U. 2018 Pos. 1991).
Wichtig: Arbeitsschutzvorschriften — ein Beschäftigter darf nicht >85 dB über 8 Stunden ausgesetzt sein. Oberhalb dieses Pegels ist Gehörschutz erforderlich. Eine Produktionshalle mit einer Werkzeugmaschine innen kann in der Nähe der Maschine 95–105 dB aufweisen. Ein Beschäftigter 10 m weiter mit einer geeigneten Schallschutzwand → 70 dB → OK ohne Gehörschutz.
Konkrete Daten GS MW QA (Mineralwolle)
Aus dem Prüfbericht LZF00-01120/20/R99NZF, ausgestellt vom ITB Laboratorium Fizyki Cieplnej, Akustyki i Środowiska (Akkreditierung AB 023):
Die Prüfungen wurden an Sandwichplatten GS MW mit einem Kern aus Mineralwolle Stanrock M (Rockwool, 108 kg/m³) + Stahldeckschichten 0,5 mm durchgeführt.
| Variante | Dicke | R’w (Prüfung ITB) | Akustikklasse |
|---|---|---|---|
| GS MW S 80 (Wand) | 80 mm | 32 dB | A1 (typisch) |
| GS MW CH 120 (Kühlraumwand) | 120 mm | 35 dB | A2 |
| GS MW CH 160 (Kühlraumwand) | 160 mm | 38 dB | A2 |
| GS MW U 120 (Decke) | 120 mm | 36 dB | A2 |
Das heißt Mineralwolle in der Sandwichplatte liefert 32–38 dB für Dicken von 80–160 mm. Gute Werte für typische Hallen.
Daten termPIR® AL (Vergleich)
Aus den Prüfungen des ICiMB Kraków (Bericht 062.W.20.B):
| Variante | Dicke | R’w |
|---|---|---|
| termPIR® AL 60 mm | 60 mm | 22 dB |
| termPIR® AL 120 mm | 120 mm | 25 dB |
In der Praxis: PIR hat eine um 10–13 dB schlechtere Schalldämmung als Mineralwolle gleicher Dicke. Das ist ein erheblicher Unterschied für Hallen mit Menschen.
Warum Mineralwolle 10–13 dB besser ist als PIR
PIR ist ein starrer Zellschaum — dichte Struktur, dämmt stark die Wärmeleitung, dämpft aber den Schall schlecht. Starre Oberfläche → Schallwellen werden reflektiert und durchdringen.
Mineralwolle besteht aus lockeren Fasern (Dichte 60–160 kg/m³). Schallwellen dissipieren in Hunderten mikroskopischer Zwischenräume zwischen den Fasern. Schon von Natur des Materials her ein besserer Schallabsorber.
Hinzu kommt: Mineralwolle hat eine 5× höhere Dichte als PIR (~108 kg/m³ vs. ~30 kg/m³). Das Massegesetz besagt: Die Schalldämmung steigt proportional zur Masse/m². Schwerere Platte = bessere Dämmung.
Kombinationen für höhere Anforderungen
Für die Anforderung R’w 45 dB (Trennwand einer Produktionshalle mit Büro):
Variante A — GS MW QA doppelt
[GS MW QA S 120 mm] + [Luftspalt 50 mm] + [GS MW QA S 120 mm]
↓
R'w ≈ 46-48 dB
Zwei Bauteile + Luftresonator. Gesamtdicke 290 mm. Hervorragende Schalldämmung + Brandschutz EI 120+.
Variante B — GS MW QA + innere Gipsplatte
[GS MW QA S 120 mm] + [Stahlständer CD60] + [GK-Platte 12,5 mm]
↓
R'w ≈ 45 dB
Günstiger als Variante A. Gesamtdicke 200 mm.
Variante C — vollständige Hybridwand
[Kalksandsteinmauer 25 cm] + [Dämmung GS MW QA 100 mm] + [Putz]
↓
R'w ≈ 55-60 dB
Am teuersten und am dicksten, liefert aber die höchste Dämmung für sehr anspruchsvolle Anwendungen (Tonstudios, Konzertsäle).
Absorbierende Decke — Verringerung des Nachhalls in der Halle
R’w sagt etwas über die Dämmung zwischen Räumen aus. Innerhalb der Halle gibt es jedoch ein zweites Problem: den Nachhall (Dauer des Schalls nach Abschalten der Quelle). Je länger der Nachhall, desto „lauter” wird die Halle empfunden — die Wellen reflektieren mehrfach an den Wänden.
Der Nachhall wird in Sekunden gemessen (Zeit, in der der Schall um 60 dB an Intensität verliert).
- Halle ohne Absorber: Nachhall 3–5 s = sehr laut
- Halle mit absorbierender Decke: Nachhall 1,5–2 s = komfortabel zum Arbeiten
- Standardbüro: Nachhall 0,5–0,8 s
Für Produktionshallen verlangen die Arbeitsschutzvorschriften Nachhall ≤ 2 s (für durchgehende Arbeit). Lösung: abgehängte Decke aus Akustikplatten (perforierte Gipsplatten oder Mineralwolle). Die Sandwichplatte GS MW QA U hat bereits in gewissem Maße einen absorbierenden Effekt (der Mineralwollekern absorbiert einen Teil der reflektierten Wellen).
Praktische Entscheidung: PIR oder Mineralwolle in der Halle?
| Ihre Halle | Empfohlene Dämmung |
|---|---|
| Standardlager (lange keine Menschen) | PIR (GS insPIRe) — günstiger, besseres U |
| Lager mit 1–2 Personen (Gabelstapler, kein Büro) | PIR + ggf. 1 Schallschutzwand zur Bürozone |
| Lager mit Büro innen | Trennwand des Büros: Mineralwolle 120 mm + GK (R’w 45+) |
| Ruhige Produktionshalle (Montage) | Mineralwolle 100 mm an allen Wänden |
| Laute Produktionshalle (Bearbeitung) | Mineralwolle 150–200 mm + absorbierende Decke |
| Halle mit Labor / Präzisionsräumen | Mauer + ETICS + Mineralwolle (R’w 55+) |
Akustische Fallstricke auf der Baustelle
Fallstrick 1 — Vernachlässigung von Schallbrücken
Mineralwolle 200 mm liefert R’w 38 dB ohne Schallbrücken. Aber wenn ein Stahlprofil der Konstruktion direkt durch die Wand verläuft (nicht akustisch entkoppelt) → Schallbrücke → Abfall von R’w um 5–8 dB.
Abhilfe: Stahlprofile in der Wand mit akustischen Unterlagen (EPDM-Gummi) entkoppeln oder am Wandanschluss durchtrennen.
Fallstrick 2 — Türen und Fenster in der Schallschutzwand
Wand R’w 45 dB + Standardtür (R’w 20 dB) → resultierendes R’w der Wand ~28 dB. Die Tür ist das schwächste Glied.
Abhilfe: für akustische Anforderungen Spezialtüren (R’w 35–40 dB) oder gar Akustiktüren (R’w 45+ dB). Die Schalldämmung der Tür in der Spezifikation prüfen.
Fallstrick 3 — Anschluss Wand an Decke / Boden
Die schlimmste Schallbrücke — der Anschluss der Wand an die Decke. Dort „umgeht” die Schallwelle die Wand oben oder unten. Für Räume mit hohen Dämmanforderungen muss auch die Decke akustisch entkoppelt werden, oder die Wand muss bis zum Dach reichen (nicht an der abgehängten Decke enden).
Abhilfe: für Wände mit R’w 45+ reicht die Wand bis zum Dach, nicht nur bis zur abgehängten Decke.
Fallstrick 4 — Maschinenvibrationen über die Konstruktion
Eine Maschine auf dem Boden gibt Lärm auf zweifache Weise ab: über die Luft (das gemessene R’w) und über die Konstruktion (Vibrationen, die sich über das Fundament übertragen).
Wenn das Problem in den Vibrationen liegt → hilft die Schalldämmung der Wand nicht. Erforderlich sind schwingungsisolierte Fundamente der Maschine (Gummiauflager, Federn, isolierte Rahmen).
Was BOKKA bietet
Für Projekte mit akustischen Anforderungen:
- GS MW QA S/U/CH im vollen Dickenbereich (80–250 mm)
- Akustikberichte des ITB (LZF00-01120/20/R99NZF für den Kern Stanrock M)
- Beratung bei der Auswahl der Dicke für das im Projekt geforderte R’w
- Spezifikation akustischer Zubehörteile (Gummiunterlagen, Akustikbänder für Anschlüsse)
🤝 Kostenlose technische Beratung BOKKA — wir helfen bei der Produktauswahl und der kompletten Dokumentation für Ihr Projekt.
FAQ
Ist R’w 35 dB viel? Mittel. Das ist das Niveau einer Standard-Trennwand im Büro (Gipsplatte auf Ständerwerk). Für Büroarbeit ausreichend, aber durch eine solche Wand hört man ein lautes Gespräch aus dem Nebenraum.
Kann man PIR-Sandwichplatten überhaupt in Hallen mit Menschen verwenden? JA, für Lagerhallen oder ruhige Produktion (keine Werkzeugmaschinen, kein Dampfausstoß usw.) reichen sie aus. Für laute Produktion oder mit Büros in der Halle ist Mineralwolle oder eine Kombination vorzuziehen.
Liefern Doppelwände ein besseres R’w als eine einzelne dicke Wand? JA — das Resonatorprinzip. Zwei Wände à 100 mm + Luftspalt 50 mm liefern R’w 45 dB. Eine einzelne Wand von 250 mm liefert R’w 38 dB. Dasselbe Material dämmt besser, wenn es geteilt ist.
Beeinflusst die Schalldämmung die Lebensdauer der Wand? Nicht wesentlich. Dieselben Materialien dienen parallel der Wärme- und der Schalldämmung. Mineralwolle hat eine Lebensdauer von 30+ Jahren (wie die Dämmung).
Was ist mit Lärm vom Dach (Regen, Hagel)? Die Dach-Sandwichplatte GS insPIRe D PIR hat R’w ~25 dB → Regen auf dem Dach innen hörbar (als Rauschen). GS MW QA D (Mineralwolle) → R’w ~35 dB, Regen schwach hörbar.
Ist Mineralwolle 100 mm = R’w 35 dB IMMER? Nein. R’w hängt von der Kerndichte + Masse der Deckschichten + Befestigungsart + Abdichtung der Anschlüsse ab. Die Werte im Text beziehen sich auf konkrete Prüfungen für GS MW QA mit dem Kern Stanrock M (108 kg/m³). Bei anderen Herstellern können es 30–40 dB bei dieser Dicke sein.
Zusammenfassung
| Erforderliches R’w | Empfohlene Dämmung |
|---|---|
| 25 dB (Lager ohne Anforderung) | PIR 80–100 mm |
| 30 dB | Mineralwolle 80 mm |
| 35 dB | Mineralwolle 120 mm |
| 40 dB | Mineralwolle 160 mm + Sorgfalt bei den Anschlüssen |
| 45 dB | Mineralwolle 120 mm + Sandwichwand (2 Bauteile + Luftspalt) oder Mauer 25 cm |
| 50 dB+ | Mauer 25 cm + ETICS Mineralwolle + Akustiktüren |
PIR dämmt akustisch schlecht — Mineralwolle 10–13 dB besser. Für Hallen mit Menschen über lange Zeit (Produktion, Büro, Labor) gibt es nur eine Wahl: Mineralwolle.
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Quellen:
- PN-B-02151-3:2015 — Bauakustik — Schallschutz in Gebäuden
- PN-EN ISO 717-1:2013 — Akustik — Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden
- ITB-Bericht LZF00-01120/20/R99NZF — Schalldämmung GS MW
- Verordnung des MRiPS vom 27.09.2018 über die höchstzulässigen Konzentrationen und Intensitäten (Dz.U. 2018 Pos. 1991)
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