PIR-Dämmplatten fürs Flachdach: U-Wert, Systeme | BOKKA
PIR-Dämmplatten auf dem Flachdach – warum sie zum Standard im Hochbau werden
Flachdächer dominieren den Bereich industrieller, gewerblicher und logistischer Objekte und tauchen zunehmend auch im Wohnungsbau auf. Die Konstruktion eines Warmdachs stellt jedoch hohe Anforderungen an die Dämmung: niedriger U-Wert, Widerstandsfähigkeit gegen Nutzlasten und Kompatibilität mit der Abdichtung. PIR-Dämmplatten – dank λD von 0,022 W/(m·K) und hoher Druckfestigkeit – erlauben die Erfüllung der Anforderungen der WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) (U ≤ 0,15 W/m²K für das Dach) bei minimaler Schichtdicke. In diesem Artikel zeigen wir, wie der Schichtaufbau eines Flachdachs mit PIR-Dämmplatten korrekt geplant wird, wann eine FM-Approved-Variante sinnvoll ist und wann Verbundplatten mit OSB.
Parameter, die über die Auswahl der PIR-Platte entscheiden
Flachdächer arbeiten unter schwierigen Bedingungen – sie sind ausgesetzt liegenbleibendem Schnee, Niederschlagswasser, Wartungsverkehr und extremen Temperaturschwankungen (von –25 °C im Winter bis +80 °C auf einer schwarzen Membran im Sommer). Das Dämmmaterial muss diese Bedingungen ohne Verlust seiner Parameter überstehen. termPIR®-Platten erfüllen die Norm EN 13165, sind formstabil und haben eine kurzfristige Wasseraufnahme unter 2 %, was sie widerstandsfähig gegen zyklische Durchfeuchtung während der Bauphase macht.
| Dicke termPIR® AL [mm] | R [m²K/W] | U [W/m²K] |
|---|---|---|
| 100 | 4,54 | 0,22 |
| 120 | 5,45 | 0,18 |
| 140 | 6,36 | 0,16 |
| 150 | 6,82 | 0,15 |
| 180 | 8,18 | 0,12 |
| 200 | 9,09 | 0,11 |
Zur Erfüllung der WT 2021-Anforderungen (U ≤ 0,15 W/m²K) genügen 150 mm termPIR® AL. Im Vergleich zu Mineralwolle (λD 0,036–0,040) wird ca. 40 % weniger Dicke benötigt – was enorme Bedeutung für die Belastung der Konstruktion und die Höhe der Attika hat. Wo jeder Zentimeter zählt oder ein noch niedrigeres Lambda gefordert ist, bewährt sich das Premium-Produkt termPIR® MAX 19 AL mit λD 0,019 W/(m·K).
Flachdach auf Stahlbetondecke
Der klassische Schichtaufbau eines Warmdachs mit PIR-Wärmedämmung sieht wie folgt aus (von unten):
- Stahlbetondecke (oder Gefälleestrich)
- Dampfsperre – bituminös oder PE, auf den Untergrund verklebt
- PIR-Wärmedämmung – z. B. termPIR® AL mit gasdichter Aluminiumkaschierung
- Ggf. Gefällekeile – izoGRASS® PIR-Gefällekeile formen das Gegengefälle und führen Wasser zu den Abläufen ab
- Abdichtung – zweilagige Schweißbahn oder PVC-/TPO-Membran
Das vollständige Konstruktionsdetail finden Sie im System Flachdach auf Stahlbetondecke mit termPIR® AL. Bei dieser Lösung ist die Al/Papier/PE-Kaschierung von Vorteil – sie wirkt als zusätzliche Dampfsperre und verstärkt die Dichtigkeit des Aufbaus.
Flachdach auf Trapezblech
In Hallen und Logistikobjekten ruht das Dach meist auf Trapezblech. Hier ist das Schema anders: Trapezblech → Dampfsperre → mechanisch am Trapez befestigte PIR-Platten → Dachmembran. Das System Flachdach auf Trapezblech mit termPIR® AL beschreibt die Auswahl der Teleskopbefestiger und den Befestigungsraster je nach Windlastzone.
Für Objekte, die den Anforderungen des Versicherers FM Global unterliegen, kommt termPIR® Pro-F zum Einsatz – eine Variante mit Glasvlies, FM Approved, speziell für PVC-/TPO-/EPDM-Membranen. Das Glasvlies sichert die Klebekompatibilität mit der Abdichtung und die erforderliche Klassifizierung BROOF(t1) nach EN 13501-5 (Beständigkeit gegen Flugfeuer). Details im System FM-Approved-Dach – termPIR® Pro-F.
Gründach und Kiesdach – Schichten und Plattenauswahl
Gründach (extensiv/intensiv)
Schichtaufbau von der Decke nach oben:
- Stahlbetondecke
- Dampfsperre
- PIR-Wärmedämmung – termPIR® AL unter Bitumenbahn oder termPIR® Pro-F unter synthetischer Membran
- Abdichtung mit Wurzelschutzbarriere (FLL)
- Speicher- und Schutzvlies
- Drainagematte
- Filtervlies
- Dachsubstrat + Vegetation
PIR-Platten sind hier besonders vorteilhaft – geringe Wasseraufnahme und hohe Druckfestigkeit (≥120 kPa) bewirken, dass die Belastung durch Substrat und im Drainage zurückgehaltenem Wasser keine Degradation der Dämmung im Laufe der Zeit verursacht. Für intensiv genutzte Gründächer mit Personenverkehr lohnt sich die Verbundplatte termPIR® AL/OSB, die Punktlasten verteilt.
Kiesdach
Der Aufbau ist einfacher: Decke → Dampfsperre → PIR-Platten → Abdichtung → Schutzvlies → Kiesschicht (Körnung 16–32 mm) zur Beschwerung des Aufbaus. Der Ballast muss auf die Windlastzone des Gebäudes ausgelegt sein – andernfalls bleibt mechanische Befestigung erforderlich. termPIR® AL-Platten mit steifer Aluminiumkaschierung vertragen die Montage in Kaltbitumen-Klebetechnik gut.
Gefällekeile – Planung der Wasserableitung
Ein korrektes Gefälle von 1,5–3 % ist das Fundament der Langlebigkeit eines Flachdachs (PN-EN 14964). Kein Gefälle = stehendes Wasser = vorzeitige Degradation der Membran und Leckagerisiko. izoGRASS®-Gefällekeile – produziert in Wola Batorska bei Krakau – werden nach Dachflächenzeichnung projektspezifisch zugeschnitten. Standardgefälle sind 1,1 %, 1,7 %, 2,2 % und 3,3 %, und Gegengefälle an Rinnen und Abläufen gewährleisten eine vollständige Entwässerung auch bei schwieriger Dachgeometrie.
Brandklasse und Brandschutz
termPIR®-Platten erreichen im Dachsystem die Brandverhaltensklasse B-s2,d0 nach EN 13501-1. Für Dächer ist hingegen die Klassifizierung BROOF(t1) erforderlich – Widerstandsfähigkeit gegen Flugfeuer (z. B. Glut von einem benachbarten Gebäude). Systeme mit termPIR® Pro-F unter PVC-Membranen mit BROOF(t1)-Zulassung sind Standard im Hochbau, einschließlich Lagerhallen mit versicherungstechnischen Auflagen.
FAQ – häufig gestellte Fragen
Welche Dicke der PIR-Platte sollte für ein Flachdach nach WT 2021 angesetzt werden?
Zur Erfüllung der WT-2021-Anforderungen (U ≤ 0,15 W/m²K für das Dach) genügen 150 mm termPIR® AL mit λD 0,022 W/(m·K). Zur Steigerung des thermischen Komforts und Senkung der Betriebskosten werden in Passivhausobjekten 180–220 mm geplant (U etwa 0,10–0,12 W/m²K). Die Premium-Variante termPIR® MAX 19 AL erreicht dasselbe Niveau bei um 15 % geringerer Dicke.
Sind PIR-Platten unter PVC- oder TPO-Membranen geeignet?
Ja, allerdings erfordert dies die richtige Variante. Unter synthetischen Membranen (PVC, TPO, EPDM) empfehlen wir termPIR® Pro-F mit Glasvlies – die Kaschierung ist kompatibel mit Polyurethan-Klebstoffen für Membranen und besitzt das FM-Approved-Zertifikat. Der Standard termPIR® AL mit Aluminiumfolie bewährt sich vor allem unter Schweißbahnen oder in mechanisch befestigten Aufbauten.
Ist eine Dampfsperre unter PIR-Platten auf dem Flachdach erforderlich?
Ja – unabhängig von der Deckenkonstruktion (Stahlbeton oder Trapezblech) ist eine Dampfsperre obligatorisch. Wasserdampf, der aus dem Gebäudeinneren zur kalten Abdichtung migriert, kondensiert innerhalb des Aufbaus, was zur Degradation von Dämmung und Konstruktion führt. Für Objekte mit erhöhter Luftfeuchtigkeit (Schwimmbäder, Wäschereien, Lebensmittelbetriebe) werden Aluminium-Dampfsperren mit Sd ≥ 1500 m eingesetzt.
Worin unterscheiden sich termPIR® AL und termPIR® Pro-F auf dem Flachdach?
termPIR® AL hat eine gasdichte Aluminiumkaschierung – bewährt sich unter Bitumenbahnen, in bitumenverklebten Aufbauten und bei bituminöser Dampfsperre. termPIR® Pro-F hat ein Glasvlies – es ist für klebebefestigte synthetische Membranen ausgelegt, besitzt das FM-Approved-Zertifikat und bessere Haftung von PU-Klebstoffen. Die Wahl hängt vom Typ der Abdichtung und den Anforderungen des Versicherers ab.
Halten PIR-Platten Wartungsverkehr auf dem Dach ausreichend stand?
Standard-termPIR® AL hat eine Druckfestigkeit ≥120 kPa bei 10 % Verformung – ausreichend für fußläufigen Wartungsverkehr. Für intensiv genutzte Dächer, Terrassen oder punktbelastete Zonen (z. B. HVAC-Anlagen) setzen wir termPIR® AL/OSB oder einen zweischichtigen Aufbau mit zusätzlicher lastverteilender Platte ein. Für Terrassen über beheizten Räumen bewährt sich termPIR® MAX 19.
Planen Sie ein Flachdach oder suchen Sie einen Lieferanten von PIR-Platten und Gefällekeilen für Ihr Objekt? Kontaktieren Sie das BOKKA-Team – wir helfen Ihnen, die passende termPIR®-Variante für Abdichtung, Brandklasse und Versicherungsanforderungen auszuwählen und erstellen ein Gefällekeil-Projekt für Ihre konkrete Dachgeometrie.