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Aufdachdämmung mit PIR-Platten – Komplettleitfaden | BOKKA

Aufdachdämmung mit PIR-Platten – Komplettleitfaden | BOKKA

Aufdachdämmung des Daches – warum PIR-Platten die erste Wahl sind

Angesichts der verschärften polnischen technischen Bauvorschriften WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) erfordert das Erreichen eines U-Wertes ≤ 0,15 W/m²K für ein Schrägdach in klassischer Zwischensparrenausführung eine Mineralwolleschicht von 28–32 cm – und beseitigt dennoch nicht die Wärmebrücken an den Sparren selbst. Die Aufdachmethode mit steifen PIR-Dämmplatten termPIR® löst beide Probleme: Sie bietet eine durchgängige, einheitliche Dämmschicht über der Dachstuhlkonstruktion bei einer um bis zu 40 % geringeren Dicke. Es handelt sich um eine Systemlösung, die Planer immer häufiger als Standard in Neubauten und umfassenden energetischen Sanierungen vorsehen.

Was ist Aufdachdämmung

Bei der Aufdachmethode (over-rafter, im deutschsprachigen Raum Aufdachdämmung) wird die Dämmschicht über den Sparren verlegt – auf einer steifen Schalung oder direkt auf der Tragkonstruktion, unter Konterlattung und Traglattung der Dacheindeckung. Die Dämmschicht bildet eine durchgehende thermische Hülle, in der die Sparren auf der warmen Seite der Konstruktion bleiben – sie können als gestalterisches Element des Dachgeschosses sichtbar belassen werden.

Das in dieser Technologie verwendete Material muss drei Kriterien erfüllen: ausreichende Steifigkeit zur Übertragung der Lasten aus Konterlatten und Eindeckung, geringe Wasseraufnahme und Dimensionsstabilität. Die Platten termPIR® AL mit gasdichter Aluminiumkaschierung erfüllen diese Anforderungen vollständig – kurzzeitige Wasseraufnahme unter 2 %, Druckfestigkeit ≥ 120 kPa bei 10 % Verformung, Dimensionsstabilität im Temperaturbereich von −50 bis +110 °C.

Technische Parameter – Vergleich von Dicke und U-Wert

Der entscheidende Vorteil von PIR-Platten ist die niedrige Wärmeleitfähigkeit λ. Für termPIR® AL beträgt λD 0,022 W/(m·K), und für die Premium-Variante termPIR® MAX 19 AL0,019 W/(m·K). Im Vergleich dazu erreicht Mineralwolle Lambda-Werte von 0,035–0,040 W/(m·K) und EPS-Polystyrol 0,031–0,038 W/(m·K).

Die folgende Tabelle zeigt, welche Dicke der Aufdachdämmung anzuwenden ist, um die WT-2021-Anforderung (U ≤ 0,15 W/m²K) zu erfüllen, unter der Annahme, dass sie die Hauptdämmschicht bildet:

MaterialλD [W/(m·K)]Dicke für U ≈ 0,15
termPIR® MAX 19 AL0,01913 cm
termPIR® AL0,02215 cm
Mineralwolle0,03826 cm
EPS 0380,03826 cm

Bei der Kombination Aufdach- + Zwischensparrendämmung (W I) lässt sich die Dicke der Aufdachschicht auf 8–10 cm termPIR® reduzieren, während die Konstruktion mit Mineralwolle zwischen den Sparren ergänzt wird. Diese Logik beschreibt das System Schrägdach Aufdachdämmung termPIR® im Detail.

Eliminierung von Wärmebrücken und Wasserdampfkontrolle

Bei reiner Zwischensparrendämmung stellen Holzsparren mit λ ≈ 0,16 W/(m·K) lineare Wärmebrücken auf 10–15 % der Dachfläche dar. Der Energieverlust ist erheblich, und in der Winterzeit kann es an den Sparren auf der Raumseite zu punktueller Kondensation und mit der Zeit zum Risiko von Schimmelbildung kommen.

Die Aufdachschicht aus termPIR® AL verlagert den Taupunkt aus der Holzkonstruktion heraus. Die gasdichte Aluminiumkaschierung übernimmt gleichzeitig die Funktion der Dampfsperre – vorausgesetzt, die Plattenstöße werden korrekt mit Aluminiumband verklebt, wobei die Fräsung TAG (Nut-Feder) die mechanische Passung der Kanten gewährleistet. Im BOKKA-Standardsortiment sind ebenfalls Fräsungen FIT (flach) und LAP (stufenförmig) verfügbar – die Wahl hängt vom Projekt und den Vorlieben des Verarbeiters ab.

Für Projekte, die eine integrierte Arbeitsschicht unter Unterspannbahn und Ziegeleindeckung erfordern, bewährt sich besonders das Verbundelement termPIR® AL/OSB – eine PIR-Platte, werkseitig mit einer OSB-3-Platte verbunden, fertig für die direkte Befestigung der Konterlatten.

Montagetechnologie Schritt für Schritt

  1. Vorbereitung der Schalung – Vollschalung oder OSB-Platten 22 mm auf den Sparren. In der Variante mit termPIR® AL/OSB ist keine Schalung erforderlich.
  2. Dampfsperre – dampfdichte Folie oder feuchtevariable Dampfbremse unter der PIR-Schicht; bei termPIR® AL übernimmt die Aluminiumkaschierung auf der Unterseite diese Funktion eigenständig.
  3. Verlegung der Platten – mit versetzten Stößen (Verband), TAG-Fräsung auf Stoß gedrückt. Die Platten werden von der Traufe in Richtung First verlegt.
  4. Verklebung der Stöße – BOKKA-Aluminiumband an allen Kanten, an Schornsteinen und Lichtkuppeln zusätzliche Abdichtung mit niedrigexpandierendem Schaum.
  5. Mechanische Befestigung – Dachschrauben mit Tellern durch die PIR-Platte in die Sparren; Abstand gemäß statischer Berechnung (typisch 4–6 Stk./m²).
  6. Diffusionsoffene Unterspannbahn – auf den PIR-Platten unter der Konterlattung verlegt.
  7. Konterlatten und Traglatten – bilden den Belüftungsspalt und die Unterkonstruktion für die Eindeckung.

Wann lohnt sich die Aufdachmethode

Die Aufdachdämmung ist die optimale Lösung in drei Szenarien. Erstens – energieeffizienter und passiver Neubau, in dem die Anforderung U ≤ 0,10–0,12 W/m²K Dicken erzwingt, die zwischen den Sparren nicht erreichbar sind. Zweitens – energetische Sanierung von Dächern mit erhaltener Innenverkleidung (abgehängte Decken, Schalbretter), bei denen der Rückbau von innen unwirtschaftlich ist. Drittens – Dachgeschosse mit sichtbarer Holzkonstruktion, bei denen die Sparren ein Gestaltungselement darstellen.

Bei Projekten mit Höhenbeschränkungen (ausgebaute Dachgeschosse, niedrige Dachvorsprünge) lohnt sich der Einsatz von termPIR® MAX 19 AL – einer Premium-Platte mit λD 0,019 W/(m·K), die die Bauteildicke um weitere ca. 15 % gegenüber dem Standard reduziert.

Ökologische und zertifikatorische Aspekte

Für Investitionen, die sich um BREEAM/LEED-Zertifikate oder Finanzierung aus Förderprogrammen bewerben, ist die Variante termPIR® AL R-eco bestimmt – mit Glasvlies im Inneren und reduziertem CO₂-Fußabdruck. Alle termPIR®-Platten erfüllen die Norm EN 13165 (PIR-Produkte für die Wärmedämmung von Gebäuden), und das Dachsystem erreicht die Brandverhaltensklasse B-s2,d0 gemäß EN 13501-1.

Häufig gestellte Fragen

Können termPIR®-Platten mit der Zwischensparrenmethode kombiniert werden?
Ja, die kombinierte Bauweise (W I) wird häufig in der energetischen Sanierung eingesetzt. Eine dünnere Schicht termPIR® AL über den Sparren (8–10 cm) eliminiert die Wärmebrücken, während Mineralwolle zwischen den Sparren die Hauptdämmung bildet. Diese Lösung ermöglicht es, die Anforderung WT 2021 ohne übermäßige Erhöhung der Dachfläche zu erfüllen. Details zur Lösung zeigt das System Schrägdach Zwischensparrendämmung termPIR®.
Welche Dicke termPIR® ist für U = 0,15 W/m²K zu wählen?
Für termPIR® AL mit λD 0,022 W/(m·K) beträgt die erforderliche Dicke einer einzelnen Aufdachschicht ca. 15 cm. Für die Variante termPIR® MAX 19 AL mit λD 0,019 W/(m·K) genügen 13 cm. In der Planungspraxis sind Dicken von 14–16 cm Standard und bieten Reserve gegenüber Montagewärmebrücken und Ausführungstoleranzen.
Ersetzt die Aluminiumkaschierung von termPIR® AL die Dampfsperre?
In den meisten Schrägdachanwendungen ja, vorausgesetzt, alle Stöße werden ordnungsgemäß mit Aluminiumband verklebt und Installationsdurchführungen abgedichtet. Die Aluminiumfolie ist gasdicht, und der Diffusionswiderstand Sd > 1500 m qualifiziert sie als vollwertige Dampfsperre. In Objekten mit erhöhter Raumluftfeuchtigkeit (Schwimmbäder, gewerbliche Wäschereien) wird eine zusätzliche raumseitige Dampfsperrschicht empfohlen.
Können PIR-Platten direkt auf den Sparren ohne Schalung verlegt werden?
Klassische termPIR® AL-Platten benötigen einen steifen Untergrund – Vollschalung oder OSB-Platten. Möchte der Bauherr eine zusätzliche Schalungslage vermeiden, ist das Verbundelement termPIR® AL/OSB die optimale Wahl, bei dem die werkseitig mit PIR verbundene OSB-3-Platte die Funktion der Arbeitsschalung und Auflage für die Konterlatten übernimmt.
Welche Brandverhaltensklasse hat das Dachsystem mit termPIR®?
Eine einzelne termPIR®-Platte mit Aluminiumkaschierung ist als B-s2,d0 gemäß EN 13501-1 klassifiziert. Der gesamte Dachaufbau (Schalung + termPIR® + Unterspannbahn + Ziegeleindeckung oder Blechdach) erreicht typischerweise die Klasse BROOF (t1) – widerstandsfähig gegen äußere Brandeinwirkung, was die Anforderungen für Wohnbau und die meisten öffentlichen Gebäude erfüllt.

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