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Aufsparrendämmung mit PIR-Platten – Technischer Leitfaden | BOKKA

Aufsparrendämmung mit PIR-Platten – Technischer Leitfaden | BOKKA

Aufsparrendämmung mit PIR-Platten – Eliminierung von Wärmebrücken im Steildach

Die Wahl der Dämmmethode für ein Steildach bestimmt nicht nur die Energieeffizienz des Gebäudes, sondern auch die Lebensdauer des Dachstuhls, den Wohnkomfort im Dachgeschoss und die Konformität mit den Anforderungen der WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) (U ≤ 0,15 W/m²K für das Dach). Unter den drei klassischen Techniken – Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung und Aufsparrendämmung – bietet letztere, ausgeführt mit steifen PIR-Platten, die bauphysikalisch sauberste Konstruktion: eine durchgehende Dämmschicht ohne Unterbrechungen durch die Sparren und ohne Kondensationsrisiko im Konstruktionsholz.

Warum die Aufsparrendämmung?

Bei der Zwischensparrendämmung verläuft die Dämmung zwischen den Sparrenbalken – das Sparrenholz (λ ≈ 0,13 W/(m·K)) stellt eine lineare Wärmebrücke dar, die den realen U-Wert des Bauteils gegenüber dem rechnerischen Wert der Dämmung allein um bis zu 15–25 % verschlechtert. Bei der Untersparrendämmung verliert man wiederum lichte Raumhöhe und erschwert die Montage der Innenbekleidung.

Die Aufsparrendämmung löst beide Probleme gleichzeitig:

  • Durchgehende Dämmschicht oberhalb der Sparren eliminiert Wärmebrücken des Dachstuhls.
  • Volles Raumvolumen im Dachgeschoss – die Sparren bleiben sichtbar und können ein dekoratives Innenraumelement bilden.
  • Schutz des Dachstuhls – das Holz befindet sich auf der warmen Seite der Dämmung, was seine Holzfeuchte stabilisiert und die Lebensdauer der Konstruktion verlängert.
  • Kein Rückbau der Innenausstattung bei Erneuerung der Dacheindeckung – der Austausch der Dämmung erfolgt von der Außenseite.

Die Methode wird sowohl beim Neubau als auch bei Generalsanierungen mit Dacheindeckungswechsel empfohlen. Ausführungsdetails haben wir im System Steildach – termPIR® Aufsparrendämmung beschrieben.

Schichtaufbau des Bauteils – von innen nach außen

Der korrekte Schichtaufbau eines aufsparrengedämmten Dachs mit PIR-Platten sieht wie folgt aus:

  1. Innenbekleidung (Gipskartonplatte, Holzverkleidung) auf einer Untersparren-Lattung
  2. Dampfsperre – PE-Folie oder feuchtevariable Membran, mit Butylband verklebten Stößen
  3. Sparren des Dachstuhls (innen sichtbar)
  4. Vollholzschalung oder OSB-Platte (optional, als Arbeitsuntergrund)
  5. termPIR®-Platten mit TAG- (Nut-Feder) oder LAP-Stufenfalz – im Verband verlegt
  6. Diffusionsoffene Unterdeckbahn (Sd ≤ 0,02 m) mit verklebten Überlappungen
  7. Konterlatten mit Dachschrauben durch die PIR-Platte hindurch in den Sparren befestigt
  8. Traglatten quer
  9. Dacheindeckung (Tonziegel, Betondachsteine, Pfannenblech)

Entscheidendes Detail: Die Dachschrauben müssen korrekt dimensioniert sein – Schraubenlänge = Konterlattendicke + PIR-Dicke + Schalungsdicke + mindestens 60 mm Verankerung im Sparren. Der Befestigungsabstand ergibt sich aus den Windlastberechnungen (Zone, Höhe, Neigungswinkel) nach PN-EN 1991-1-4.

termPIR®-Platten – technische Parameter für die Aufsparrendämmung

Für die Aufsparrendämmung sind Platten mit gasdichter Aluminiumkaschierung empfehlenswert – sie fungieren als zusätzliche Wasserdampfbarriere und stabilisieren λD über die Zeit. Empfohlene Varianten:

Dämmstärken zur Erfüllung der WT 2021 (U ≤ 0,15 W/m²K)

PIR-DickeλD termPIR® AL (0,022)λD termPIR® MAX 19 (0,019)
100 mmU ≈ 0,21 W/m²KU ≈ 0,18 W/m²K
120 mmU ≈ 0,18 W/m²KU ≈ 0,15 W/m²K ✓
140 mmU ≈ 0,15 W/m²K ✓U ≈ 0,13 W/m²K ✓
160 mmU ≈ 0,13 W/m²K ✓U ≈ 0,11 W/m²K ✓
180 mmU ≈ 0,12 W/m²K ✓U ≈ 0,10 W/m²K ✓

Richtwerte für die PIR-Schicht allein. In der Praxis beträgt die Mindestdicke mit komfortabler Reserve 140 mm für termPIR® AL bzw. 120 mm für termPIR® MAX 19 AL. Standardabmessungen der Platten sind 1200×2400 mm, verfügbare Dicken: 20, 30, 40, 50, 60, 80, 100, 120, 140, 150, 180, 200, 220, 250 mm.

Vergleich mit Mineralwolle und XPS

Der Vorteil von PIR in der Aufsparren-Anwendung ergibt sich nicht nur aus dem niedrigen λ, sondern auch aus der kompakten Dicke und Steifigkeit:

MaterialλD [W/(m·K)]Dicke für U = 0,15Druckfestigkeit
termPIR® AL0,022~140 mm≥ 120 kPa
termPIR® MAX 190,019~120 mm≥ 120 kPa
XPS0,029–0,034~200–220 mm200–500 kPa
Mineralwolle, hart0,035–0,040~240 mm30–70 kPa

Der Unterschied in der Dicke ist nicht nur eine Frage der Ästhetik von Traufen- und Firstdetails – er bedeutet auch kürzere Befestigungsschrauben, geringere Belastung des Dachstuhls sowie niedrigere Transport- und Montagekosten.

Brandverhalten und Dauerhaftigkeit

termPIR®-Platten mit Aluminiumkaschierung erreichen im System die Brandverhaltensklasse B-s2,d0 nach EN 13501-1. Eine Vollholzschalung unter der PIR-Schicht verbessert die Brandschutzparameter des Bauteils zusätzlich. Die Platten sind staubfrei, beständig gegen Schimmel und Pilze und für Nager unattraktiv – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Mineralwolle in der langjährigen Nutzung.

Die deklarierte Maßhaltigkeit von PIR nach EN 13165 sowie das Ausbleiben einer Setzung der Dämmung über die Zeit sorgen dafür, dass sich der U-Wert des Bauteils über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes nicht verschlechtert – was bei weichen Mineralwollen, die in großen Stärken auf geneigten Dachflächen verlegt werden, nicht behauptet werden kann.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Können PIR-Platten ohne Vollholzschalung verlegt werden?

Ja – termPIR® AL kann direkt auf den Sparren montiert werden, sofern der empfohlene Sparrenabstand eingehalten wird (typisch bis 90 cm) und gefräste Nut-Feder-Verbindungen (TAG) verwendet werden. Eine Schalung oder OSB-Platte ist jedoch der empfohlene Arbeitsuntergrund: Sie erleichtert die Montage bei schwierigen Witterungsbedingungen, verbessert die Luftdichtheit und erhöht die Beständigkeit des Dachs gegenüber Punktlasten. Die Entscheidung hängt von der statischen Planung und den Präferenzen des Ausführenden ab.

Ist eine Dampfsperre auf der Innenseite erforderlich?

Ja. Obwohl die termPIR® AL-Platte eine gasdichte Aluminiumkaschierung besitzt, ist eine Dampfsperre auf der warmen Seite erforderlich – sie schützt die Sparren und die Schalung vor Wasserdampfdiffusion aus den Innenräumen. Alle Folienstöße sind mit Butylband zu verkleben, Durchdringungen für Schornsteine, Dachfenster und Installationen sind mit Systemmanschetten abzudichten. Das Fehlen einer Dampfsperre kann zu Tauwasserbildung im Konstruktionsholz führen.

Welche Schraubenlänge ist für die Befestigung der Konterlatten zu wählen?

Die Länge der Dachschraube ergibt sich als Summe: Konterlattendicke (meist 40–60 mm) + PIR-Plattendicke (z. B. 140 mm) + Schalungsdicke (24 mm) + mindestens 60 mm Verankerung im Sparren = in diesem Fall ca. 270 mm. Verwendet werden spezielle Holzbauschrauben mit Doppelgewinde, in Abständen entsprechend der Windzonenberechnung nach PN-EN 1991-1-4.

Eignet sich die Aufsparrendämmung für die Sanierung eines bestehenden Dachs?

Ja – das ist sogar das bevorzugte Szenario beim Austausch der Dacheindeckung. Nach Abnahme von Ziegeln, Trag- und Konterlatten wird der Zustand des Dachstuhls beurteilt, die Unterdeckbahn und die termPIR®-Platten werden verlegt und anschließend die Schichten bis zur Dacheindeckung wiederhergestellt. Der Innenausbau des Dachgeschosses bleibt unberührt, was die Bauzeit verkürzt und Kosten senkt. Detaillierte Ausführungshinweise finden Sie im System Steildach Aufsparrendämmung.

Kann die Aufsparrendämmung mit der Zwischensparrendämmung kombiniert werden?

Ja – ein Mischaufbau ist eine beliebte Lösung bei der Sanierung von Dächern mit begrenzter Sparrenhöhe. Die Aufsparrenschicht eliminiert Wärmebrücken, eine ergänzende Zwischensparrendämmung (z. B. Mineralwolle) erlaubt das Erreichen eines U-Werts unter 0,12 W/m²K ohne übermäßige Erhöhung der Dachfläche. In einem solchen Aufbau muss die Dampfsperre auf der warmen Seite verbleiben, und die wärme- und feuchtetechnischen Berechnungen (Glaser-Verfahren) sollten das Ausbleiben von Tauwasser zwischen den Schichten bestätigen.

Benötigen Sie die Auslegung der PIR-Plattendicke für eine konkrete Dachkonstruktion und Klimazone? Kontaktieren Sie unser technisches Team – wir erstellen U-Wert-Berechnungen, Schichtspezifikationen und ein Lieferangebot. Das vollständige Sortiment finden Sie im Katalog PIR-Dämmplatten.

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