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Anwendungen von PIR-Dämmplatten – wo Polyurethan-Dämmung überzeugt | BOKKA

Anwendungen von PIR-Dämmplatten – wo Polyurethan-Dämmung überzeugt | BOKKA

PIR-Dämmplatten – universelle Dämmung mit der niedrigsten Lambda am Markt

Polyisocyanurat-Dämmplatten (PIR) zählen heute zu den leistungsfähigsten Wärmedämmtechnologien im Bauwesen. Mit einer Wärmeleitfähigkeit λD von 0,019 bis 0,027 W/(m·K) lassen sich die Anforderungen der WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) (Dach U ≤ 0,15 W/m²K, Wand U ≤ 0,20 W/m²K) bei einer um 30–40 % geringeren Dämmstoffdicke erreichen als bei EPS 031 oder Mineralwolle. Geringes Eigengewicht, Maßhaltigkeit, Feuchtigkeits- und Biokorrosionsbeständigkeit machen PIR zu einer Lösung sowohl für Ein- und Mehrfamilienhäuser als auch für Industrie-, Landwirtschafts- und Kühlobjekte. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Anwendungsbereiche vor.

Wohnungsbau – Dächer, Wände, Böden, Fundamente

In Ein- und Mehrfamilienhäusern werden termPIR®-Platten praktisch in jedem Bauteil eingesetzt. Am häufigsten finden sie auf Schrägdächern Verwendung (Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung), wo sie Wärmebrücken eliminieren und die volle nutzbare Höhe des Dachgeschosses erhalten. Die Standardplatte termPIR® ALD 0,022 W/(m·K), gasdichte Aluminiumkaschierung) ist in Dicken von 20–250 mm in den Formaten 1200×600 und 1200×2400 mm mit FIT-, LAP- oder TAG-Fräsung erhältlich.

Für Außenwände im WDVS (ETICS) ist eine dampfdurchlässige Kaschierung erforderlich – Platten mit Al/PE-Folie dürfen nicht verwendet werden. Die dedizierte Lösung ist termPIR® ETX mit Glasvlies und Europäischer Technischer Bewertung ETA 17/0066, kompatibel mit Dünnschichtputzen. Für Fundamente, Sockel und erdberührte Bodenplatten kommt termPIR® WS mit erhöhter Feuchtigkeitsbeständigkeit zum Einsatz.

Dicke [mm]R [m²K/W] bei λD 0,022U für Bauteil [W/m²K]*
1004,55~0,21
1406,36~0,15
1808,18~0,12
22010,00~0,10

*Richtwerte für einen typischen Dachaufbau, U hängt vom kompletten Schichtaufbau ab.

Für Bauvorhaben mit maximalen Platzeinsparungsanforderungen ist die Premium-Variante termPIR® MAX 19 AL mit λD 0,019 W/(m·K) verfügbar.

Industrie-, Lager- und Logistikobjekte

Produktionshallen, Distributionszentren und Logistikparks stellen hohe Anforderungen an Dauerhaftigkeit der Gebäudehülle und kurze Montagezyklen. Hier kommen meist Sandwichpaneele zum Einsatz – fertige Elemente mit PIR-Kern und beidseitiger lackierter Stahlkaschierung. Die Linie insPIRe® umfasst dedizierte Varianten:

  • insPIRe® S – Wände mit sichtbarer Verbindung (Siding), λD 0,022 W/(m·K)
  • insPIRe® U – Wände mit verdeckter Befestigung, ästhetische Fassaden für Büro- und Retail-Objekte
  • insPIRe® D – Dächer von Ein- und Mehrschiffhallen
  • MAX-Varianten mit λD 0,019 W/(m·K) für höchste Energieeffizienzanforderungen

Die systemische Brandverhaltensklasse mit Stahlkaschierung beträgt B-s1,d0 (EN 14509). Für Objekte mit Anforderung der Nichtbrennbarkeitsklasse A2-s1,d0 (Fluchtwege, Brandwände) steht die Linie GS MW mit Mineralwollkern zur Verfügung.

Für Flachdächer auf Trapezblech oder Stahlbeton unter PVC-/TPO-/EPDM-Membranen kommt termPIR® Pro-F mit Glasvlies zum Einsatz – ein System mit FM Approved-Zertifikat, bewährt in Objekten mit hohen Versicherungsanforderungen. Für die Ausbildung des Mindestgefälles von 1,5–2 % dienen die izoGRASS® Gefällekeile, die in Wola Batorska bei Krakau hergestellt werden.

Kühlhäuser, Tiefkühllager und Lebensmittelverarbeitung

Die Aufrechterhaltung des Temperaturregimes (-30 °C bis +5 °C) erfordert eine Gebäudehülle mit hervorragender thermischer Dichtheit und PZH-Hygienezulassungen. In Kühl- und Tiefkühlkammern setzen wir insPIRe® CH ein – Paneele mit Labyrinthverschluss und Dichtungsmasse, die Wärmebrücken im Plattenstoß eliminieren. Für nichtbrennbare Wände in Verarbeitungsbetrieben ist GS MW CH die Alternative.

Zur Dämmung von Kammerböden und traditionell gemauerten Gebäudehüllen wird termPIR® AGRO AL verwendet – siehe Kühlhaussystem AGRO AL. Die niedrige Lambda und Feuchtigkeitsbeständigkeit bringen über den gesamten Lebenszyklus messbare Einsparungen beim Betrieb der Verdichteraggregate.

Stallanlagen – Mastbetriebe, Schweineställe, Geflügelställe

Rinder-, Schweine- und Geflügelställe sind ein Umfeld mit hoher Luftfeuchtigkeit, aggressiven Ammoniakdämpfen und Anforderungen an die Waschbarkeit der Oberflächen. Hier ist die Wahl der richtigen PIR-Variante entscheidend:

  • Waschbare abgehängte DeckentermPIR® AGRO AL CEIL mit Folie speziell für Hochdruckreinigung (Standard-termPIR® AL ist für diese Anwendung nicht geeignet)
  • Wände aus BetonfertigteilentermPIR® AGRO P-REV mit PE-Kaschierung, beständig gegen das alkalische Milieu des Betons
  • Dächer und Wände im Sandwichpaneelsystem → Paneele mit Unterschalenbeschichtung, beständig gegen NH3 und Hochdruckreinigung

Für Stallbetriebe mit als C4/C5 klassifizierter Atmosphäre (hohe NH3-Konzentrationen) wird die Kaschierungsvariante individuell ausgewählt – Standard-Polyester 25 µm ist unzureichend, eingesetzt werden PVDF oder Plastisol.

Energetische Sanierung und Denkmalobjekte

Bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude ermöglicht PIR das Erreichen der geforderten U-Werte ohne Umbau von Dachvorsprüngen und Fensterbänken – bereits 14 cm reichen für ein Dach mit U unter 0,15 W/m²K. In Denkmalobjekten, bei denen eine Außendämmung der Fassade nicht möglich ist, wird eine Innendämmung mit der Verbundplatte termPIR® AL/GK (PIR + Gipskartonplatte) ausgeführt. Die Anwendung erfordert eine korrekte Dampfsperrlösung – Details siehe System Denkmalwand termPIR® AL/GK.

Häufig gestellte Fragen

Kann jeder Gebäudeteil mit PIR-Platten gedämmt werden?
Praktisch ja, aber die Kaschierungsvariante muss zur Anwendung passen. termPIR® AL mit Aluminiumfolie eignet sich für Dächer, Geschossdecken, dreischalige Wände, Fundamente und Böden. Für ETICS ist termPIR® ETX mit dampfdurchlässigem Glasvlies und ETA 17/0066 erforderlich, für waschbare Decken AGRO AL CEIL, für Fertigteilwände AGRO P-REV. Die Verwendung der falschen Variante kann zur Ablösung des Putzes oder zu Kondensation im Bauteil führen.
Welche PIR-Dicke ist nötig, um die WT 2021 zu erfüllen?
Für das Dach (U ≤ 0,15 W/m²K) reichen ca. 140 mm Platte mit λD 0,022 W/(m·K) oder 120 mm in der Variante MAX 19 (λD 0,019). Die Außenwand (U ≤ 0,20 W/m²K) erfordert 100–120 mm PIR im ETICS. Die erdberührte Bodenplatte (U ≤ 0,30 W/m²K) – 80 mm. Die genaue Auswahl hängt vom kompletten Schichtaufbau ab und erfordert eine Berechnung mittels Rechentool oder Systemdatenblatt.
Sind PIR-Dämmplatten brandbeständig?
Der reine PIR-Schaum hat die Brandverhaltensklasse E (EN 13501-1). Eine Platte mit Aluminium-/Vlieskaschierung erreicht die Systemklasse B-s2,d0, ein komplettes insPIRe®-Sandwichpaneel mit Stahlkaschierungen – B-s1,d0 (EN 14509). Für Objekte mit Anforderung der Nichtbrennbarkeit A2 werden Sandwichpaneele GS MW mit Mineralwollkern eingesetzt. izoGRASS®-Platten ohne Kaschierung haben Klasse E – ausschließlich für den Einbau in zertifizierten Systemen.
Dürfen PIR-Platten in Kühlobjekten mit PZH-Zulassung verwendet werden?
Ja – die dedizierten Produkte insPIRe® CH und GS MW CH verfügen über eine PZH-Hygienezulassung für den Kontakt mit Räumen für Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Die Konstruktion des Labyrinthverschlusses mit Dichtungsmasse gewährleistet die für Minustemperaturen erforderliche Dichtheit. In Kühlhäusern dürfen keine insPIRe® U-Paneele eingesetzt werden – das Fehlen eines Labyrinthstoßes führt zu Wärmebrücken und Reifbildungsrisiko.
Wie wählt man die PIR-Variante für ein konkretes Bauvorhaben aus?
Die Auswahl beginnt mit dem Bauteiltyp (Dach, Wand, Boden, Decke), den U-Wert-Anforderungen gemäß WT 2021, den Brandschutzanforderungen (B-s1,d0 vs A2) und der Umgebungsspezifik (Feuchtigkeit, aggressive Verbindungen, Hochdruckreinigung). Für typische Fälle helfen die Beschreibungen der Bausysteme mit vorgefertigten Schichtaufbauten. Für untypische Anwendungen empfehlen wir die Konsultation mit der technischen Abteilung von BOKKA.

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