Dämmung von Altbauten mit PIR-Platten — energetische Sanierung | BOKKA
Energetische Sanierung von Altbauten mit PIR-Platten — der umfassende Leitfaden
Die Sanierung eines Gebäudes aus den 1950er bis 1980er Jahren zählt heute zu den häufigsten Investitionen auf dem Immobilienmarkt. Attraktive Grundstücke in guten Lagen, geerbte Familienhäuser, charaktervolle Mietshäuser — sie alle eint ein gemeinsames Problem: eine katastrophale Energieeffizienz. Der Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwände solcher Objekte überschreitet häufig 1,2 W/m²K, während die WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021) U ≤ 0,20 W/m²K verlangen. Eine wirksame energetische Sanierung erfordert also eine bis zu sechsfache Verbesserung der Dämmqualität — und genau hier zeigen PIR-Platten ihren Vorteil gegenüber traditionellen Materialien.
Diagnose: Wo verliert ein Altbau Wärme
Bis Ende der 1980er Jahre errichtete Gebäude verfügen meist über keinerlei Wärmedämmschicht im klassischen Sinne. Verbreitet waren damals dreischalige Konstruktionen mit einem sogenannten „Luftspalt” zwischen tragender und vorgemauerter Wand — eine Lösung, die nur auf dem Papier funktionierte, in der Praxis jedoch intensive Konvektion und Wärmebrücken an den Verbindungen erzeugte.
Die Wärmeverluste in einem typischen Wohnhaus vor 1990 verteilen sich wie folgt:
| Bauteil | Anteil an Wärmeverlusten | U gem. WT 2021 |
|---|---|---|
| Außenwände | 25–35 % | ≤ 0,20 W/m²K |
| Dach / Flachdach | 25–30 % | ≤ 0,15 W/m²K |
| Fenster und Türen | 15–25 % | ≤ 0,90 W/m²K (Fenster) |
| Erdberührte Bodenplatte | 10–15 % | ≤ 0,30 W/m²K |
| Wärmebrücken und Lüftung | 10–20 % | — |
Ohne Untersuchung mit einer Wärmebildkamera ist die Auswahl der Dämmstärke reine Glückssache. Eine bei einer Temperaturdifferenz von mindestens 15 °C zwischen Innenraum und Umgebung durchgeführte Thermografie zeigt die tatsächlichen Wärmebrücken — Ringanker, Sturze, auskragende Balkone, mangelhaft ausgeführte Fugen.
Außen- oder Innendämmung — Auswahlkriterien
Die Außendämmung ist aus bauphysikalischer Sicht stets die bevorzugte Lösung: Der Taupunkt verschiebt sich nach außen, die Wand speichert Wärme, und Wärmebrücken werden wirksam unterbrochen. Die Standardlösung ist ein WDVS (ETICS) mit termPIR® ETX — einer PIR-Dämmplatte mit Glasvlies, dampfdurchlässig, mit Europäischer Technischer Bewertung ETA 17/0066 speziell für fugenlose Wärmedämmverbundsysteme.
Technischer Hinweis: Im WDVS dürfen keine PIR-Platten mit Aluminiumkaschierung (termPIR® AL, MAX 19 AL) eingesetzt werden — die gasdichte Folie verhindert die Wasserdampfdiffusion und führt zur Zerstörung des Dünnschichtputzes. Für WDVS ist ausschließlich die Variante mit Glasvlies bestimmt.
Die Innendämmung ist gerechtfertigt, wenn:
- die Fassade denkmalpflegerischen Wert besitzt oder unter Denkmalschutz steht,
- das Gebäude in einer geschlossenen städtischen Bebauung steht (Gründerzeithäuser),
- aufgrund der Baulinie keine Verstärkung der Außenschicht möglich ist.
Für die Innendämmung dient der Verbundwerkstoff termPIR® AL/GK — eine PIR-Platte mit gasdichter Aluminiumfolie (die als Dampfsperre wirkt), werkseitig mit einer Gipskartonplatte verklebt. Die Lösung eliminiert das Kondensationsrisiko im Bauteil, liefert eine fertige Oberfläche zum Streichen und wird im System Denkmalwand termPIR® AL/GK eingesetzt.
Warum PIR-Platten für Altbauten optimal sind
Der Schlüsselparameter einer Wärmedämmung ist die deklarierte Wärmeleitfähigkeit λ λD. Je niedriger, desto dünner die Schicht, die das geforderte U sicherstellt. Bei Altbauten — wo oft außen wenig Platz vorhanden ist (Baulinie, Dachüberstände) oder innen (Begrenzung der Nutzfläche) — ist der Unterschied zwischen PIR und klassischer Mineralwolle/Styropor grundlegend.
| Material | λD [W/(m·K)] | Dicke für U = 0,20 W/m²K |
|---|---|---|
| termPIR® MAX 19 AL | 0,019 | ~9,5 cm |
| termPIR® AL | 0,022 | ~11 cm |
| termPIR® ETX | 0,025 | ~12,5 cm |
| Styropor EPS 70 | 0,038 | ~19 cm |
| Mineralwolle | 0,038–0,040 | ~19–20 cm |
Beim Dachbauteil (U ≤ 0,15 W/m²K gem. WT 2021) ist der Unterschied noch deutlicher — PIR mit λD 0,022 erfordert ca. 14,5 cm, Mineralwolle mit λD 0,038 dagegen 25 cm.
Praktische Vorteile der dünneren Schicht
Bei Altbauten mit tiefen Fensterlaibungen führt die Verstärkung der Wand um 20 cm Mineralwolle dazu, dass die Fenster in der Dämmung „versinken”, die Lichteinfallmenge ins Innere sinkt, und Fensterbänke sowie Blechabdeckungen müssen vollständig ausgetauscht werden. PIR-Platten reduzieren diesen Eingriff um die Hälfte — was sich auch in niedrigeren Arbeitskosten und geringerer Belastung der Konstruktion niederschlägt.
Reihenfolge der Sanierungsarbeiten
Die Dämmung ist nie die erste Etappe einer Sanierung. Die korrekte Abfolge sieht so aus:
- Feuchtigkeitsdiagnose — Messung der Mauerfeuchtigkeit (zulässig ≤ 4 % Gewichtsanteil bei Vollziegel, ≤ 3 % bei Hochlochziegel). Feuchte Mauern erfordern eine Trockenlegung mittels Injektions- oder Mikrowellenverfahren.
- Reparatur der Feuchtigkeitsabdichtung — Wiederherstellung der horizontalen Fundamentabdichtung, der Ringdrainage, der vertikalen Abdichtung der Kellerwände unter Einsatz von termPIR® WS mit erhöhter Feuchtigkeitsbeständigkeit.
- Austausch der Fenster und Türen — Fenster und Türen sollen in der geplanten Dämmschicht montiert werden („vorgelagerte Montage”), was die lineare Wärmebrücke des Rahmens beseitigt.
- Sanierung von Terrassen, Balkonen, Gesimsen — alle aus dem Baukörper auskragenden Elemente müssen unter Unterbrechung der Wärmebrücken wiederhergestellt werden (wärmedämmende Verbinder, Konsoldämmung).
- Kontrollthermografie — Messung vor der Dämmung zur präzisen Dickenauswahl und Identifikation neuralgischer Punkte.
- Montage der Wärmedämmung — gemäß dem gewählten System.
- Austausch der Dachrinnen, Fensterbänke, Blechabdeckungen — Anpassung an die neue Bauteilstärke.
Dämmung von Dach und Geschossdecke — die rentabelste Investition
Das Dach erzeugt 25–30 % der Wärmeverluste, und die Kosten seiner Dämmung sind in der Regel niedriger als die der Wände. Bei Altbauten mit Schrägdach (ausgebautes Dachgeschoss) ist die Aufsparrendämmung termPIR® optimal, da sie Wärmebrücken an den Sparren vollständig eliminiert. Ist die Demontage der Eindeckung nicht möglich, kommt die Untersparrenvariante zum Einsatz.
Für die Geschossdecke über dem obersten Geschoss (nicht ausgebauter Dachboden) genügt das trockene Verlegen von termPIR® AL — ohne Verklebung, mit Verklebung der Stöße mittels Aluminiumband — was eine thermisch und staubdicht vollwertige Schicht ergibt.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Altbau mit PIR-Platten von innen ohne Dampfsperre gedämmt werden?
Welche Dicke der PIR-Platte für die Außendämmung eines Altbaus wählen?
Eignen sich PIR-Platten zur Dämmung von Keller und Fundamenten?
Wie schnell amortisiert sich die energetische Sanierung eines Altbaus?
Sind PIR-Platten brandschutztechnisch für Wohngebäude sicher?
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