Wärmeleitfähigkeit λ — B2B-Leitfaden für PIR-Dämmung | BOKKA
Wärmeleitfähigkeit λ — Bedeutung und entscheidende Rolle für die Qualität der Wärmedämmung
Die Wärmeleitfähigkeit λ bildet die Grundlage jeder Planungsentscheidung im Bereich der Gebäudedämmung. Vor dem Hintergrund der seit dem 1. Januar 2021 geltenden polnischen technischen Bauvorschriften WT 2021 (polnische technische Bauvorschriften 2021), die die Anforderungen an die Dämmwirkung von Bauteilen verschärft haben (Dach U ≤ 0,15 W/m²K, Außenwand U ≤ 0,20 W/m²K), entscheidet dieser Parameter über die Dicke der Dämmschicht, die nutzbare Kubatur und die Betriebskosten des Objekts. In der Planungspraxis werden zunehmend PIR-Dämmplatten gewählt — ein Material mit einer der niedrigsten λD-Werte, die heute im Hochbau verfügbar sind.
Technische Definition — was ist λD
Lambda (λ) beschreibt den Wärmestrom, der durch eine Flächeneinheit eines Materials von 1 m Dicke bei einer Temperaturdifferenz von 1 K zwischen seinen Oberflächen hindurchgeht. Die Einheit ist W/(m·K). Der Zusammenhang ist eindeutig:
- niedriger λ-Wert → das Material leitet Wärme schlecht → es dämmt gut,
- hoher λ-Wert → das Material leitet Wärme gut → es dämmt schlecht.
Bei Planung und Materialauswahl ist der deklarierte Wert λD maßgeblich, der im technischen Datenblatt des Herstellers angegeben und gemäß harmonisierten Normen ermittelt wird — für Polyurethanschäume ist dies EN 13165 (PIR-/PUR-Platten), die Methodik zur Prüfung des Brandverhaltens ist EN 13501-1.
Hinweis: λD bezieht sich auf eine unter Laborbedingungen geprüfte Probe. Die tatsächliche Effizienz des Bauteils hängt von der Montagequalität, der Dichtheit der Fugen, der Maßhaltigkeit und dem Fehlen von Wärmebrücken ab — erst diese Faktoren zusammen ergeben den realen U-Wert des gesamten Bauteils.
Dünnere Dämmung, mehr Nutzfläche, niedrigere OPEX
Eine niedrige Wärmeleitfähigkeit ermöglicht den Einsatz einer dünneren Dämmschicht ohne Verlust an Energieeffizienz. Für den B2B-Investor bedeutet dies messbare Vorteile:
- mehr Nutzfläche (PUM, GLA) ohne Eingriffe in die Tragkonstruktion,
- niedrigere Heiz- und Kühlkosten über den Lebenszyklus des Objekts,
- schlankere Wand- und Dachaufbauten, was architektonische Details erleichtert,
- geringere Lasten auf der Konstruktion — PIR-Schaum hat ein Eigengewicht von etwa 32–40 kg/m³.
Die Platten termPIR® AL erreichen λD = 0,022 W/(m·K), die Premium-Variante termPIR® MAX 19 AL — λD = 0,019 W/(m·K). Zum Vergleich die gängigsten Dämmmaterialien:
| Dämmmaterial | λD [W/(m·K)] |
|---|---|
| termPIR® MAX 19 AL (PIR Premium) | 0,019 |
| termPIR® AL (PIR mit Al-Folie) | 0,022 |
| termPIR® ETX (PIR für ETICS, Glasvlies) | 0,025–0,027 |
| EPS-Grafit (Polystyrol) | 0,031–0,033 |
| XPS (extrudiertes Polystyrol) | 0,029–0,036 |
| Mineralwolle (Stein-/Glaswolle) | 0,031–0,045 |
Ein Unterschied von wenigen Hundertstel auf der λ-Skala bedeutet real mehrere Zentimeter Bauteildicke. Für ein Flachdach, das die Anforderung der WT 2021 (U ≤ 0,15 W/m²K) erfüllt, werden etwa 15 cm PIR benötigt — oder entsprechend ca. 22–24 cm Mineralwolle.
λD und Dicke — Richtwerte U für typische Stärken von termPIR® AL
Die folgende Tabelle zeigt den theoretischen Wärmedurchlasswiderstand R und den U-Wert allein für die Dämmschicht aus termPIR® AL (λD = 0,022) — im realen Bauteil wird U für den gesamten Querschnitt berechnet.
| Dicke [mm] | R [(m²·K)/W] | U [W/m²K] |
|---|---|---|
| 80 | 3,64 | 0,275 |
| 100 | 4,55 | 0,220 |
| 120 | 5,45 | 0,183 |
| 140 | 6,36 | 0,157 |
| 150 | 6,82 | 0,147 |
| 180 | 8,18 | 0,122 |
| 200 | 9,09 | 0,110 |
Zum Vergleich: Um U = 0,15 W/m²K mit Mineralwolle (λD = 0,037) zu erreichen, ist eine Dicke von etwa 24 cm erforderlich. Das sind 80–90 mm Unterschied pro Quadratmeter Bauteilfläche.
Niedriges λ ist nicht alles — was sonst über die Dauerhaftigkeit der Dämmung entscheidet
Der Wärmeleitfähigkeitsparameter allein erschöpft nicht die Liste der Eigenschaften einer guten Wärmedämmung. Hartschaum aus Polyurethan bietet zusätzlich:
- geringe Wasseraufnahme — die geschlossenzellige Struktur nimmt keine Feuchtigkeit auf, was λ über die Zeit stabil hält,
- biologische und chemische Beständigkeit — das Material bietet keinen Nährboden für Nagetiere, Pilze oder Schimmel,
- Brandverhaltensklasse des Systems B-s2,d0 gemäß EN 13501-1 (selbstverlöschende Eigenschaften),
- hohe Druckfestigkeit (≥ 120 kPa bei 10 % Stauchung) — erlaubt Belastung mit Begehbarkeit unter der Abdichtung,
- Maßhaltigkeit und kompakte Struktur — minimiert das Risiko von Wärmebrücken an den Plattenstößen.
Bei der Materialwahl ist außerdem die Anpassung der Deckschicht-Variante an die Funktion des Bauteils entscheidend — ein Fehler in dieser Phase kann den Nutzen einer niedrigen Lambda zunichtemachen.
Wie wählt man die PIR-Variante passend zur Bauteilfunktion
Der λD-Wert ist innerhalb der termPIR®-Linie ähnlich, jedoch entscheidet die Deckschicht über den Einsatzbereich:
- Flachdach auf Trapezblech / Stahlbetondach → termPIR® AL mit Aluminiumfolie (System Flachdach auf Trapezblech).
- FM-Approved-Dach unter Membran → termPIR® Pro-F mit Glasvlies, kompatibel mit PVC-/TPO-/EPDM-Membranen.
- Außenwand im ETICS-System → ausschließlich termPIR® ETX mit dampfdurchlässigem Glasvlies und Zulassung ETA 17/0066. Platten mit Al-Deckschicht sind gasdicht und eignen sich nicht für ETICS.
- Steildach in Aufsparrendämmung — termPIR® AL eliminiert die Wärmebrücken der Sparren (System Steildach in Aufsparrendämmung).
- Fundamente, Sockel, erdberührte Bodenplatte — termPIR® WS mit erhöhter Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Das komplette Sortiment ist im Bereich PIR-Dämmplatten verfügbar.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich λD und λBemessung?
Welche PIR-Dicke benötige ich, um WT 2021 für das Dach zu erfüllen?
Dürfen PIR-Platten mit Aluminiumfolie in ETICS eingesetzt werden?
Verschlechtert sich λ mit der Zeit?
Ist ein niedrigeres λ wirtschaftlich immer die bessere Wahl?
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