Passivhaus — Aufsparrendämmung termPIR für EUco 15 kWh/m²/Jahr
Was bedeutet „Passivhaus”
Kurz gesagt: ein Haus, das maximal 15 kWh/m²/Jahr Energie zum Heizen verbraucht. Der Standard wurde 1990 vom Passive House Institute (PHI) in Darmstadt festgelegt. Zum Vergleich:
- Typisches Haus nach WT 2021: 60–80 kWh/m²/Jahr
- NF40 (energieeffizient): 40 kWh/m²/Jahr
- NF15 / Passivhaus: ≤15 kWh/m²/Jahr
- Plus-Energie: ≤0 kWh/m²/Jahr (produziert mehr als es verbraucht)
15 kWh entsprechen etwa der Energie von 1,5 Litern Heizöl pro m² jährlich. Für ein Haus mit 150 m² = 225 l Heizöl/Jahr. Realistisch gesehen wird im Passivhaus kaum geheizt — die Sonne wärmt + Rückgewinnung aus dem Lüftungsgerät + Körperwärme.
Um diesen Standard zu erreichen, muss jedes Bauteil (Dach, Wand, Boden, Fenster) strenge U-Wert-Anforderungen erfüllen. Hier zeigen wir, wie das beim Dach mit termPIR® gelingt.
Anforderungen an das Dach im Passivhaus-Standard
Das PHI Darmstadt empfiehlt:
| Bauteil | U max (Passivhaus) |
|---|---|
| Dach | 0,10 W/(m²·K) |
| Außenwand | 0,12 W/(m²·K) |
| Bodenplatte | 0,12 W/(m²·K) |
| Fenster (gesamte Einheit mit Rahmen) | 0,80 W/(m²·K) |
| Außentür | 0,80 W/(m²·K) |
Zum Vergleich liegt der WT 2021-Wert für das Dach bei 0,15 W/(m²·K) — der Passivhaus-Standard ist also 33 % strenger.
Was bedeutet das für die Dämmstoffdicke?
U = 1 / (R + R_andere_Schichten) ≈ 1 / R (die Dämmschicht dominiert). Daraus folgt für U = 0,10 → R ≥ 10 m²·K/W.
Dämmstoffdicke für R = 10:
- Mineralwolle (λD 0,036): 360 mm = 36 cm
- EPS (λD 0,038): 380 mm = 38 cm
- PIR mit Al-Folie (λD 0,022): 220 mm
- PIR MAX 19 (λD 0,019): 190 mm
PIR spart also ~15 cm Dicke bei gleichem R-Standard. Das ist viel, wenn man die Sparrenkonstruktion plant — der Unterschied zwischen 24 cm und 36 cm Sparren bedeutet erhebliche Kosten und Konstruktionsgewicht.
Warum Aufsparrendämmung = König für das Passivhaus
Bei einem typischen Schrägdach gibt es 3 Dämmsysteme:
- Zwischensparrendämmung — Dämmung innerhalb der Konstruktion. Plus: erhöht nicht die Dachhöhe. Minus: Wärmebrücken an den Sparren (Holz hat λD 0,16 — 7× schlechter als PIR). U-Wert des Daches verschlechtert sich durch die Sparren um 10–15 %.
- Untersparrendämmung — Dämmung unter den Sparren von der Innenseite. Plus: zusätzliche Schicht, die Wärmebrücken eliminiert. Minus: verringert die Raumhöhe, Dampfdurchlässigkeit erfordert Aufmerksamkeit.
- Aufsparrendämmung — Dämmung über den Sparren (außerhalb der Konstruktion), unter der Eindeckung. Plus: keine Wärmebrücken (das gesamte Bauteil homogen), Konterlatten lassen sich durch die Dämmung befestigen. Minus: Dacheindeckung höher (+ Dämmstoffdicke), erfordert lange Schrauben.
Für den Passivhaus-Standard ist die Aufsparrendämmung nahezu unverzichtbar — ohne sie ist es schwierig, U = 0,10 ohne innere Zusatzschichten zu erreichen, die die Raumhöhe verringern.
Konkreter Aufbau für EUco 15 kWh
Variante A — reine Aufsparrendämmung (einfachste Lösung)
[Dachziegel / Blech]
[Lattung]
[Konterlattung 80×40 mm]
[winddichte Membran]
[termPIR® AL 220 mm — Aufsparrendämmung] ← R 10,0
[Holzsparren 60×120 mm — nicht von Dämmung belastet]
[dampfdurchlässige Folie]
[Stahlrost CD60 + 1× GK 12,5 mm]
- U-Dach: 0,10 W/(m²·K) ✓ Passivhaus
- Sparrenhöhe: 120 mm (klein, da keine Dämmung getragen wird)
- Gesamthöhe des Bauteils: ~400 mm (220 Dämmung + 120 Sparren + ~60 Rest)
- Wärmebrücken: keine (Sparren unter der Dämmung)
Variante B — MAX 19 für dünneres Bauteil
[Dachziegel]
[Lattung + Konterlattung 80×40]
[winddichte Membran]
[termPIR® MAX 19 AL 190 mm — Aufsparrendämmung] ← R 10,0
[Sparren 60×120 mm]
[dampfdurchlässige Folie]
[CD60 + GK 12,5 mm]
- U-Dach: 0,10 W/(m²·K) ✓ Passivhaus
- Dickenersparnis: 30 mm gegenüber Variante A
- Kosten: +25–35 % für Dämmung (MAX 19 teurer als AL)
- Sinnvoll: wenn der Planer eine begrenzte Firsthöhe hat oder ästhetische Dachproportionen erhalten möchte
Variante C — Hybrid (Zwischen- + Aufsparrendämmung)
Manchmal möchte der Planer sichtbare Sparren innen erhalten (Ästhetik im Almstil, Loft):
[Dachziegel]
[Lattung + Konterlattung 80×40]
[winddichte Membran]
[termPIR® AL 140 mm — Aufsparrendämmung] ← R 6,4
[Sparren 60×220 mm innen sichtbar]
[termPIR® AL 200 mm — Zwischensparrendämmung] ← R 9,1 (mit Zuschlag)
[dampfdurchlässige Folie]
[sichtbare Kiefern-Schalung]
- U-Dach: ~0,09 W/(m²·K) ✓ mit Reserve
- Ästhetik: Sparren innen sichtbar (Loft, Almstil)
- Wärmebrücken: minimiert (Großteil der Dämmung über den Sparren)
- Kosten: höher (mehr PIR + dickere Sparren), aber visueller Effekt
Kostenbeispiel — Haus 150 m² Wohnfläche, Schrägdach 220 m²
Variante A (klassisches Passivhaus, AL 220 mm Aufsparrendämmung):
| Position | Menge | Preis (orientierend) | Gesamt |
|---|---|---|---|
| termPIR® AL 220 mm | 220 m² | 130 PLN/m² | 28 600 PLN |
| winddichte Membran | 220 m² | 18 PLN/m² | 3 960 PLN |
| dampfdurchlässige Folie | 220 m² | 12 PLN/m² | 2 640 PLN |
| Konterlatten 80×40 (Holz) | 220 m² | 25 PLN/m² | 5 500 PLN |
| Teleskopschrauben 12×340 | 220 m² | 18 PLN/m² | 3 960 PLN |
| Aluminiumbänder (Stoßabdichtung) | Komplettsatz | — | 850 PLN |
| Materialien gesamt | ~45 500 PLN | ||
| Arbeitslohn (komplexer Aufbau) | 220 m² | 65 PLN/m² | 14 300 PLN |
| Total | ~59 800 PLN |
Der Bauherr hat eine Passivhaus-Anforderung im Projekt. Die einmalige Investition von ~60 Tsd. PLN bedeutet:
- Jährlicher Heizenergieverbrauch: für 150 m² × 15 kWh = 2 250 kWh/Jahr
- Jährliche Heizkosten (Stromverbrauch Wärmepumpe COP 4, Preis ~0,80 PLN/kWh): ~450 PLN/Jahr
Im Vergleich zu einem Haus nach WT 2021 (60 kWh/m²/Jahr) = jährlicher Verbrauch 9 000 kWh, Kosten ~1 800 PLN/Jahr. Einsparung ~1 350 PLN/Jahr.
Zusätzlich Wärmedämm-Steuervergünstigung: bis zu 53 000 PLN × 2 Personen = 106 000 PLN Abzug. Reale Steuerersparnis ~12–34 Tsd. PLN. Die Investition amortisiert sich in 7–10 Jahren, das Dach hält 30+ Jahre.
Fallstricke bei der Planung eines Passivhausdaches
Fallstrick 1 — Wärmebrücken an der Traufe
Wenn die Aufsparrendämmung nicht über die Sparren bis zur Traufe reicht, entsteht eine Wärmebrücke (Sparren ragen durch die Dämmung). Lösung: wärmedämmender Traufbalken oder Verlängerung des PIR über den unteren Dachumriss um mind. 200 mm.
Fallstrick 2 — Zu kurze Befestigung der Konterlatten
Die Konterlatte muss mit einer Schraube durch die Dämmung in den Sparren befestigt werden. Für 220 mm PIR braucht man eine Schraube von mind. 240 mm (z. B. Teleskop 12×260). Kürzer = die Eindeckung fällt nach dem ersten Sturm ab.
Fallstrick 3 — Fehlende Stoßabdichtung
Jeder Stoß zwischen den PIR-Platten = potenzieller Verlust von 5 % U-Wert. Alle Stöße mit Aluminiumband BOKKA® abdichten. Auch in Ecken, bei Dachfenstern, Schornsteinen.
Fallstrick 4 — Falsche Membran
Für die Aufsparrendämmung braucht man eine winddichte + wasserdichte Membran (SD ≤ 0,3 m), nicht eine normale Dachfolie. Falsche Membran = Feuchtigkeit in der Dämmung, Leistungseinbußen.
Fallstrick 5 — Hinterlüftung unter der Eindeckung
Zwischen Dämmung (PIR) und Eindeckung (Dachziegel) muss ein Lüftungsraum von 30–60 mm vorhanden sein (durch Konterlatten aufrechterhalten). Ohne diesen — Kondensation, nasse Dämmung, Haltbarkeitsprobleme.
Was BOKKA für Passivhausdächer bietet
Wir haben alle wichtigen termPIR®-Dicken für den Passivhaus-Standard auf Lager: 140, 160, 180, 200, 220, 250 mm. Plus sämtliches Zubehör:
- Teleskopschrauben SX 12×220–340 mm
- Aluminium- und Butylbänder zur Stoßabdichtung
- winddichte und dampfdurchlässige Membranen
- Technische Beratung: wir berechnen R für Ihr Passivbauteil + wählen die Dicke für ein konkretes U aus
🤝 Kostenlose technische Beratung BOKKA — wir helfen bei der Produktauswahl und der vollständigen Dokumentation für Ihr Projekt.
Zusammenfassung
Ein Passivhaus in Polen ist realistisch und rentabel — es erfordert eine gute Planung, einen kompetenten Ausführer und passende Materialien. Das Dach ist das Schlüsselbauteil (60–70 % der Wärmeverluste in einem typischen Haus).
Für den Passivhaus-Standard U = 0,10 W/(m²·K) brauchen Sie:
- 220 mm termPIR® AL oder 190 mm termPIR® MAX 19 als Aufsparrendämmung
- Sparren 120–140 mm (nicht von Dämmung belastet)
- winddichte Membran + Hinterlüftung 30–60 mm
- Teleskopschrauben mind. 240 mm
- Abdichtung aller Stöße mit Aluminiumband
Investition ~60 Tsd. PLN für 220 m² Dach, Amortisation durch Wärmedämm-Steuervergünstigung + Heizkostenersparnis in 7–10 Jahren. Danach reine Ersparnisse über 30–50 Jahre.
🤝 Kostenlose technische Beratung BOKKA — wir helfen bei der Produktauswahl und der vollständigen Dokumentation für Ihr Projekt.
Quellen:
- Passive House Institute (PHI Darmstadt) — technische Anforderungen an das Passivhaus
- Polnisches Institut für Passivhausbau und erneuerbare Energien (PIBP) — nationale Zertifizierungen
- Verordnung des Ministers für Infrastruktur — Technische Bedingungen 2021 (Standardvergleich)
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Häufig gestellte Fragen
Eignet sich jede termPIR®-Platte für ein Passivhausdach?
Was, wenn ich ein Mansarddach mit Gauben habe?
Welche PIR-Dicke für NF40 (energieeffizient, nicht Passivhaus)?
Kann ich den Passivhaus-Standard mit Mineralwolle erreichen?
Kann ein Passivhaus-Projekt zertifiziert werden?
Lohnt sich der Bau eines Passivhauses wirklich innerhalb der Lebenszeit des Investors?
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