Kühlraum · insPIRe®

Sockel Tiefkühlraum an Außenwand

Kritisches Anschlussdetail der Kühlraumwand an das Außenfundament. Umlaufende termPIR®-Dämmung unterbricht die Wärmebrücke am Boden; Sockelblech mit 5% Gefälle leitet Wasser außerhalb der Kammer ab.

λD
0,022 W/(m·K)
Brandverhalten
B-s1,d0 / NRO
Sockel Tiefkühlraum an Außenwand

Kritikalität dieses Details

Der Sockel ist das schwierigste Detail beim Bau von Kühl-/Tiefkühlräumen. Was hier schiefgehen kann:

  • Wärmebrücke am Boden — ohne umlaufende termPIR®-Dämmung liegt die Kammerdecke direkt auf dem Außenfundament auf. Die Wärmebrücke kann lokal einen Temperaturabfall in der Kammer um 2–3 °C sowie Kondensation am Boden außerhalb der Kammer verursachen.
  • Bodenfrost unter der Kammer — bei Tiefkühlräumen (–30 °C) gefriert der Boden ohne Randdämmung außerhalb des Kammerumrisses, was in Extremfällen zu Aufwölbung des Estrichs führen kann.
  • Eindringen von Niederschlagswasser hinter den Sockel — ohne Sockelblech mit Gefälle dringt das von der Fassade ablaufende Wasser hinter die Dämmung und führt zur Korrosion der Sandwichpaneele.

Was dieses System löst

  1. Wärmebrückenunterbrechung — termPIR® AL-Streifen 80–120 mm umlaufend unter dem Estrich verlegt, über die gesamte Dicke der Kammerdecke + 30 cm über den Umriss hinaus.
  2. Sockelabdichtung — Sockelblech mit 5% Gefälle leitet Wasser außerhalb des Kühlkammerumrisses ab.
  3. InnenabschlussPVC-Sockelprofil anstelle eines Metall-Metall-Anschlusses eliminiert die Wärmebrücke am Übergang Boden–Kammerwand.

Variante I vs. Variante II

Der Herstellerkatalog beschreibt zwei Varianten:

  • Variante I (dieses System) — Bodenrandstreifendämmung (termPIR® unter dem Estrich) + außenliegendes Sockelblech. Standard für Neubauten.
  • Variante IIvertikale Randdämmung (termPIR® als Streifen außen umlaufend an der Kammerwand). Wird bei Sanierungen eingesetzt, wenn der bestehende Estrich nicht angetastet werden kann.

Montageanforderungen

  • termPIR®-Randstreifen vor dem Aufbringen des Kammerestrichs verlegen; Anschlüsse an die Dampfsperre mit Butylband verkleben.
  • Sockelblech mechanisch an der Sandwichpaneelwand befestigt + EPDM-Dichtung auf der Außenseite.
  • 5% Gefälle unbedingt erforderlich — geringer → Wasser läuft nicht ab, größer → optisch unbefriedigend.
  • PVC-Sockelprofil mit frostbeständigem Silikon (Sika SikaSil-G+) auf der Kühlkammerseite abdichten.

Erforderliche Blechprofile

  • OB-13 — Sockeltropfblech (Varianten: breit / schmal / mit Aussteifung)
  • OB-14 — Kleines Sockeltropfblech (für niedrige Sockel)
  • OB-15 — Sockeltropfblech mit Aussteifung (für exponierte Wände)
  • OB-36 — Paneelabschlussblech (am Anschluss zum Estrich)

Technische Dokumentation

Kühltechnik-Katalog 2025 (Gór-Stal, 23.04.2025, S. 32). Das Detail wird im Abschnitt „Sockel von Kühl- und Tiefkühlräumen” mit Schnittzeichnungen und Komponentenliste beschrieben.

Schichtaufbau

# Schicht Dicke λ Funktion
1 Kühlraumpaneel insPIRe® CH / CH MAX (vertikal) 100–200 mm 0,022 W/(m·K) Tiefkühlraumwand (Sandwichpaneel)
2 termPIR® AL (umlaufende Dämmung unter Boden) 80–120 mm 0,022 W/(m·K) Sockel-/Fundamentdämmung (Wärmebrückenunterbrechung)
3 Dampfsperre — Bitumenbahn oder PE-Folie Dampfsperre
4 Zementausgleichsschicht Ausgleich
5 Betonbodenplatte Bodenkonstruktion
6 Betonestrich mit Sockel Nutzschicht
7 Sockelblech (Gefälle 5%) Wasserableitendes Gefälle
8 PVC-Betonsockelprofil Sockelabschluss im Kammerinneren

Verwandte Katalogelemente

Empfohlene Varianten

Bauknoten dieses Systems

Montagedetails aus Herstellerkatalogen — First, Attika, Sockel, Öffnungen, Anschlüsse.

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