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PIR vs XPS — Fundament, Umkehrdach und Bodenplatte auf Erdreich

PIR vs XPS — Fundament, Umkehrdach und Bodenplatte auf Erdreich

Mai, die Baugrube ist fertig, die Kolonne wartet auf Material. Der Bauherr ruft an: „Mein Bekannter, der Maurer, sagt, am Fundament nur XPS, und der Planer hat PIR-Platten eingetragen. Wer hat recht?“

Beide haben ein bisschen recht — und das ist die schlechtestmögliche Antwort, solange nicht klar ist, um welchen Gebäudeteil es geht. Denn PIR und XPS konkurrieren nicht überall. Sie konkurrieren an genau drei Stellen, und dort sind die Unterschiede so konkret, dass man sie auf einem Blatt Papier entscheiden kann und nicht in der Diskussion neben dem Mischer.

Dieser Text handelt von diesen drei Stellen — und davon, wo die Wahl wirklich nichts ändert.

Wo Sie überhaupt vor dieser Wahl stehen

Drei Situationen. Erstens: die Fundamentwand unter Geländeniveau und der Sockel — Dämmung in dauernder Nachbarschaft von Erdreich und Schichtenwasser. Zweitens: das Umkehrdach, also der Aufbau, in dem die Wärmedämmung über der Abdichtung liegt und definitionsgemäß Kontakt mit Regenwasser hat. Drittens: die Bodenplatte auf Erdreich, unter dem Estrich.

Der ganze Rest des Gebäudes ist kein Streit PIR gegen XPS. Im Steildach, in der dreischaligen Wand oder im Dachgeschoss kommt XPS praktisch nicht ins Spiel — dort ist die reale Alternative zur PIR-Platte Styropor oder Wolle, und das ist eine ganz andere Rechnung, aufgeschrieben in der Analyse PIR gegen Styropor.

Engen wir das Feld also ein. Drei Stellen, zwei Materialien, ein paar harte Zahlen.

Wasser: Hier hat XPS ein Argument, das Sie nicht übertrumpfen

Extrudiertes Polystyrol entsteht in einem Prozess, der eine praktisch geschlossenzellige Struktur ergibt, ohne offene Kapillaren, die Wasser tief in die Platte ziehen. Die Folge ist messbar: Die Wasseraufnahme bei langzeitigem Eintauchen sinkt bei XPS unter 1 %. Das ist kein Verdienst des Marketings, sondern der Produktionsweise.

Dort, wo die Dämmung planmäßig nass arbeitet, überwiegt dieser eine Kennwert alles andere. Im Umkehrdach sickert Niederschlagswasser unter die Auflast und umspült die Platten von oben — täglich, über Jahrzehnte. In der Sockelzone kommen Spritzwasser und Frostwechsel hinzu. An der Fundamentwand kann nach einem Starkregen Schichtenwasser stehen, bevor die Drainage es abführt.

Die PIR-Platte ist unter diesen Bedingungen nicht wehrlos — der Kern von termPIR® hat eine Wasseraufnahme von ≤ 2 % volumenbezogen (Klasse WL(T)2 nach PN-EN 12087), ein für eine Dämmung des allgemeinen Einsatzes guter Wert. Aber der Unterschied liegt nicht darin, ob das Material „Wasser aushält“. Er liegt darin, wie der Aufbau konstruiert ist. Am Erdreich arbeitet die PIR-Platte hinter der Abdichtung und unter einem Schutz, niemals an ihrer Stelle.

Und hier fällt der Satz, der die meisten Schwierigkeiten erspart: Wenn im Baugrundgutachten drückendes Wasser steht oder ein bindiger Boden ohne Drainage, dann ist das überhaupt kein Streit über den Dämmstoff. Es ist ein Streit über die Klasse der Abdichtung — und erst nach dessen Entscheidung kehren wir zur Plattenwahl zurück. Ausführlicher haben wir das im Ratgeber zur Dämmung am Erdreich aufgeschrieben.

Lambda: Hier holt PIR den Vorsprung zurück, gerechnet in Zentimetern

Die zweite Zahl ist genauso unerbittlich, wirkt nur in die Gegenrichtung. Die deklarierte Wärmeleitfähigkeit von termPIR® AL beträgt λD 0,022 W/(m·K), in der Variante MAX 19 AL — 0,019 W/(m·K). Typisches XPS liegt je nach Sorte im Bereich 0,034–0,036 W/(m·K).

Übersetzen wir das in Zentimeter, denn in dieser Sprache spricht man auf der Baustelle. Der Wärmedurchlasswiderstand der Dämmschicht allein ist R = d/λ. Damit das Bauteil in die Gegend von U = 0,20 W/m²K kommt, muss die Dämmung allein R ≈ 5,0 m²K/W liefern. Für PIR sind das rund 110 mm. Für XPS — rund 175 mm. Sechseinhalb Zentimeter Unterschied bei gleicher thermischer Wirkung.

Jetzt die Frage, die die Sache entscheidet: Was kosten diese Zentimeter in Ihrem konkreten Detail?

In der Baugrube kosten sie wenig — diese sechseinhalb Zentimeter sind schlicht eine sechseinhalb Zentimeter breitere Baugrube. Aber in der Bodenplatte eines bestehenden Hauses ist jeder Zentimeter Raumhöhe, Türschwellenniveau und erste Treppenstufe. Auf der Terrasse über dem Wohnzimmer — die Schwelle der Balkontür, die sich nicht anheben lässt. Über der Garage — die lichte Höhe, die man nicht wegnehmen darf. Auf dem Flachdach nach der Sanierung — Attika und Kantteile, die bereits da sind. Genau dort hört die dünnere Schicht auf, eine Randnotiz zu sein, und wird zur Bedingung der Machbarkeit; wir führen das im Text über die Dämmung der Bodenplatte auf Erdreich aus.

Sechs Kriterien nebeneinander

KriteriumXPStermPIR®
Struktur und Wasserpraktisch geschlossene Zellen, Langzeitwasseraufnahme < 1 %geschlossenzelliger Kern mit Deckschicht, ≤ 2 % vol. (WL(T)2)
λD0,034–0,036 W/(m·K)0,022 W/(m·K) (MAX 19 AL: 0,019)
Dicke für U ≈ 0,20 (Dämmung allein)~175 mm~110 mm
Druckfestigkeit CS(10\Y)200–700 kPa je nach Sorte≥ 120 kPa
Dauerhaft nasser Einsatz (Umkehrdach, Erdreich)Zielumgebungnur hinter der Abdichtung und unter Schutz
Wirtschaftlichkeitniedrigerer Preis pro m³, größeres Volumen zu kaufen und einzubauenhöherer Preis pro m³, kleineres Volumen

Die letzte Zeile verlangt einen Kommentar, denn hier verrechnet man sich am häufigsten. Der Vergleich des Quadratmeterpreises zweier Platten ergibt keinen Sinn, solange beide Platten nicht denselben U-Wert liefern. Rechnen Sie den Preis für das Erreichen des angesetzten U-Werts, samt allem, was die zusätzlichen Zentimeter nach sich ziehen: tiefere Baugrube, längere Befestiger, höherer Estrich, umgearbeitete Türen und Fenster. Die Preise der PIR-Platten in vollen Paketen sehen Sie sofort in unserem Shop — der auf Polnisch geführt wird —, die Rechnung geht also schnell.

Druck und Feuer — zwei Stellen, an denen man nicht aus dem Materialnamen rät

Unter einem Industrieboden, auf dem Gabelstapler fahren und Hochregale stehen, sind höhere XPS-Sorten mitunter die natürliche Wahl — die Spanne der Druckfestigkeit reicht in dieser Familie bis zu einigen hundert Kilopascal. Beim normalen Wohnungsboden bestehen beide Optionen mit großer Reserve: CS(10\Y) ≥ 120 kPa entspricht einer Last in der Größenordnung von 12 t/m², und eine Wohnung belastet die Dämmung mit 1,5–3 kN/m².

⚠ Ein Vorbehalt, wichtiger als der ganze übrige Absatz. Die oben genannten 200–700 kPa sind die Streuung der gesamten XPS-Familie und kein Kennwert der Platte, die auf Ihrer Palette liegt. Den deklarierten Wert nimmt man aus dem technischen Datenblatt und der Leistungserklärung dieser konkreten Sorte — geprüft nach PN-EN 826. Das gilt genauso für die PIR-Seite. Der Materialname ist kein Kennwert.

Feuer ist ein Thema, bei dem beide Seiten gern übertreiben. Beide Materialien sind organisch und haben als nackte Platte in der Regel die Brandverhaltensklasse E; sie unterscheiden sich im Verhalten — Polystyrol erweicht und schmilzt bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, vernetztes Polyisocyanurat verkohlt eher und bildet eine Karbonisatschicht. Im fertigen Bauteil zählt jedoch die Klasse des gesamten Aufbaus und nicht die der Platte, und die Aufbauten am Erdreich und unter dem Estrich sind eingebaut. Was die Buchstaben von A1 bis F genau bedeuten, haben wir im eigenen Text über die Euroklassen des Brandverhaltens aufgeschrieben.

Kanten, Versatz und der Kleber, der eine gute Dämmung ruinieren kann

Die Materialunterschiede enden auf dem Papier. Auf der Baustelle entscheidet der Stoß Platte an Platte und Platte an Untergrund.

Kanten: XPS trifft man meist mit Stufenfalz an, termPIR® gibt es in drei Profilen — FIT (flache Kante), LAP (Stufenfalz) und TAG (Nut und Feder). Für Fußboden und Fundament wählen Sie das Profil, das ineinandergreift. Ein stumpfer Stoß ist eine fertige lineare Wärmebrücke, und bei dickeren Schichten kommen davon im Raum einige Dutzend laufende Meter zusammen.

Bei großen Dicken verlegen Sie zwei Lagen versetzt — die Fugen verschoben, nie eine über der anderen. Das ist der günstigste Weg, damit der berechnete U-Wert etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat und nicht mit dem Prospekt.

Und die Sache, auf der man am leichtesten ausrutscht: die Chemie. Lösemittelhaltige Bitumenmassen lösen Polystyrol auf, bei XPS gelten also lösemittelfreie Produkte. Bei der PIR-Platte betrifft die Frage nicht den Kern, sondern die Deckschicht. Das Glasvlies der Variante termPIR® WS ist chemisch mit Bitumenmasse verträglich und klebt direkt darauf, noch in die frische Schicht. Die Aluminium-Polyethylen-Deckschicht ist eine andere Oberfläche und stellt andere Anforderungen. Bevor Sie den Kleber kaufen, prüfen Sie in dessen Datenblatt, ob der Hersteller den Kontakt mit genau dieser Deckschicht zulässt — dieser eine Satz im Dokument rettet eine ganze Wand.

Am Erdreich — wie unsere Aufbauten aussehen

Drei Systemlösungen zeigen diese Logik in der Praxis.

Im Aufbau Fundament mit termPIR® AL ist die Reihenfolge nicht verhandelbar: Auf die Wand kommt die Abdichtung (Schweißbahn oder Bitumenmasse), erst darauf die geklebte Platte, und zur Verfüllung hin Geovlies oder Noppenbahn. Bei 150 mm erreicht das Bauteil U = 0,14 W/m²K, bei 250 mm — 0,08.

Die Variante zweischichtiges Fundament mit termPIR® WS nutzt genau die Verträglichkeit des Glasvlieses: Die Platte kommt direkt in die frische Bitumenmasse, danach die Noppenbahn mit den Noppen zur Dämmung und die Ringdrainage. Das ist eine Abdichtung des leichten Typs — zulässig, wenn das Grundwasser unter der Fundamentsohle liegt, der Boden durchlässig ist und eine Drainage existiert. Bei bindigen Böden und drückendem Wasser scheidet dieser Aufbau aus.

In der Bodenplatte auf Erdreich mit termPIR® AL liegt unter den Platten eine PE-Folie von mindestens 0,2 mm als Kapillarsperre, die Dämmung geht in zwei Lagen mit versetzten Fugen, darüber die Trennfolie und der Estrich mit Fußbodenheizung. 150 mm ergeben U = 0,14 W/m²K.

Die Grenze ist einfacher, als sie aussieht

Dauerhaft Wasser in der Schicht — XPS. Fehlende Zentimeter — PIR. Und dort, wo es sowohl trocken ist als auch Platz genug gibt, ist die Wahl wirklich gleichgültig, und es entscheidet der Preis des ganzen Satzes samt Arbeitslohn und Transport.

Am teuersten ist die dritte Variante: eine Entscheidung, getroffen ohne zu prüfen, auf welcher Seite der Abdichtung die Dämmung liegt. Fangen Sie mit der Schnittzeichnung an, nicht mit der Preisliste.

🤝 Kontaktieren Sie einen technischen Berater von BOKKA — wir rechnen Ihren Querschnitt durch und wählen die Variante der PIR-Dämmplatten aus, die für Fundament, Umkehrdach oder Bodenplatte auf Erdreich die richtige ist.


Quellen:

  • Prospekt termPIR® 2025 (Gór-Stal) — Datenblätter der Varianten AL, WS und MAX 19 AL: λD, Wasseraufnahme WL(T)2, Druckfestigkeit, Kantenprofile FIT / LAP / TAG
  • PN-EN 13165 — Wärmedämmstoffe für Gebäude — Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum (PU) — Spezifikation
  • PN-EN 13164 — Wärmedämmstoffe für Gebäude — Werkmäßig hergestellte Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) — Spezifikation
  • PN-EN 12087 (Wasseraufnahme bei langzeitigem Eintauchen) sowie PN-EN 826 (Verhalten bei Druckbeanspruchung)
  • Verordnung des polnischen Infrastrukturministers über die technischen Bedingungen, denen Gebäude und ihre Lage entsprechen müssen — U-Wert-Anforderungen für Bodenplatten, Wände und Dächer (WT 2021)

Häufig gestellte Fragen

Darf PIR unter den Estrich?
Ja — das ist eine der Grundanwendungen der Platten termPIR®. Die Druckfestigkeit CS(10\Y) ≥ 120 kPa entspricht einer Last in der Größenordnung von 12 t/m², während ein Wohnungs- oder Bürofußboden die Dämmung typisch mit 1,5–3 kN/m² belastet. Die Bedingungen sind drei: Abdichtung unter den Platten, Trennfolie zwischen Dämmung und Estrich sowie Randdämmstreifen rundum. Für einen Industrieboden mit Gabelstaplern wird der Aufbau planerisch festgelegt.
Eignet sich PIR für das Fundament?
Ja, aber über das Ergebnis entscheidet die Reihenfolge der Schichten und nicht die Platte selbst. Die PIR-Dämmung arbeitet hinter der Abdichtung, niemals an ihrer Stelle — auf die Wand kommen Bitumenbahn oder Bitumendickbeschichtung, erst darauf die geklebte Platte, und zur Verfüllung hin Noppenbahn oder Geovlies samt Ringdrainage. Wo das Baugrundgutachten drückendes Wasser zeigt, ändert sich vor allem die Klasse der Abdichtung, und die Dämmung wird außerhalb der Abdichtungsebene geführt.
Was ist besser für das Umkehrdach — PIR oder XPS?
Im Umkehrdach liegt die Dämmung über der Abdichtung und wird von Niederschlagswasser planmäßig umspült — das ist die Umgebung, für die XPS gedacht ist, und dort ist es die Standardwahl. PIR-Platten setzt man in diesem Aufbau in Varianten mit erhöhter Feuchtebeständigkeit ein, mit trennendem Geovlies und mit der ΔU-Korrektur aus der Umspülung. PIR gewinnt dann, wenn die Aufbauhöhe begrenzt ist — durch Attika, Türschwelle oder vorhandene Kantteile.
Lassen sich XPS und PIR in einem Bauteil kombinieren?
Ja, und mitunter ist es vernünftig: XPS in der dauerhaft feuchten Zone, PIR höher, wo es trocken ist und Zentimeter fehlen — etwa XPS an der Fundamentwand unter Gelände und die PIR-Platte in der Bodenplatte auf Erdreich. Eine Bedingung gilt: Kontinuität der Dämmung an der Stoßstelle beider Materialien, gerechnet für den gesamten Querschnitt, plus geprüfte chemische Verträglichkeit von Klebern und Massen mit der Deckschicht jeder Platte. Das Mischen zweier Materialien in einer Schicht ohne Planung empfehlen wir nicht.

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