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PIR-Platten für Außenwand und Fassade — welche Variante für welche Wand

PIR-Platten für Außenwand und Fassade — welche Variante für welche Wand

Das Gerüst steht seit Montag. Die Fassadenkolonne fragt, was sie kleben soll, und Sie haben auf dem Handy die Karte einer PIR-Platte offen — derselben, die Ihr Schwager vor einem Jahr aufs Dach gelegt hat. Hundertzwanzig Millimeter, silberne Deckschicht, Lambda 0,022. Für die Wand taugt sie doch wohl auch?

Nicht für jede. Und nicht jede Platte.

Die Frage „eignet sich PIR für die Außenwand“ hat erst dann eine ehrliche Antwort, wenn klar ist, um welche Wand es geht: eine verputzte, eine mit Klinker, eine Holzrahmenwand, eine Kellerwand oder vielleicht eine, die man von außen nicht anrühren darf. Gehen wir sie der Reihe nach durch.

Eignet sich die PIR-Platte für die Außenwand?

Ja — nur ist „PIR“ eine Familie, kein einzelnes Produkt. Wer Platten für die Wanddämmung sucht, denkt meist an eine einzige Dämmplatte für die Wand. Dabei ist der Kern überall derselbe — Polyisocyanurat-Hartschaum —, und die Platten unterscheidet die Deckschicht: die dünne Lage auf beiden Seiten des Kerns. Sie entscheidet, ob die Platte Wasserdampf durchlässt, womit sie sich verklebt und was man darauf aufbringen darf.

In Wänden begegnen Ihnen drei Deckschichten. termPIR® AL hat ein gasdichtes Papier-Aluminium-Laminat von rund 0,1 mm Dicke — das ist kein Blech, sondern eine dünne Folie auf Papier. termPIR® ETX und WS haben ein Glasvlies, das Dampf durchlässt. termPIR® AL GK hat auf einer Seite eine werkseitig verbundene Gipskartonplatte.

Daraus ergibt sich die ganze Zuordnung:

WandtypVarianteWarum diese
Gemauert, unter Dünnschichtputz (ETICS)termPIR® ETXDas Glasvlies lässt Dampf durch und hält den Mörtel; das System hat die ETA 17/0066
Zweischalig mit Klinker oder NatursteintermPIR® ALDie Platte arbeitet im Schalenzwischenraum; λD = 0,022 W/(m·K)
HolzrahmenwandtermPIR® OSB-AL-OSBDämmung und beidseitige OSB-Beplankung in einem Element
Kellerwand und FundamenttermPIR® AL oder WSAL auf der Abdichtung und unter einer Schutzschicht; WS in Bitumenmasse geklebt
Ohne Zugang von außentermPIR® AL GKVon innen, mit fertiger Gipskartonplatte — nach feuchtetechnischer Analyse
Halle, LagerSandwichpaneelDas ist keine Wanddämmung, sondern eine fertige Wand

Der Rest des Textes führt diese sechs Zeilen aus.

PIR-Platte für die Fassade unter Putz? Für ETICS ausschließlich termPIR® ETX

ETICS — im deutschsprachigen Raum meist WDVS, Wärmedämm-Verbundsystem, genannt — bedeutet: die Platte ans Mauerwerk geklebt und zusätzlich gedübelt, eine mit Glasfasergewebe bewehrte Armierungsschicht und Dünnschichtputz. Die Dämmplatte ist darin der Putzgrund, ihre Deckschicht muss also Wasserdampf durchlassen und den Mörtel halten.

In der termPIR®-Familie leistet das eine Platte: ETX mit beidseitigem Glasvlies. Wenn Sie eine „PIR-Fassadenplatte“ suchen — das ist sie. Der Aufbau mit ihr hat die Europäische Technische Bewertung ETA 17/0066, und das Wort „System“ ist hier wörtlich gemeint: Systemkleber und Systemgewebe nach ETA 17/0066, das Komplettpaket von einem ETICS-Systemgeber, ohne Austausch. Ein ähnliches Vlies hat termPIR® WS, aber die Bewertung betrifft ETX — nehmen Sie unter Putz an der Fassade also nur ETX.

Was kaufen Sie konkret? termPIR® ETX im Shop sind Platten 600 × 1200 mm mit Dicken von 50 bis 200 mm, mit flacher Kante (FIT) oder mit Nut und Feder (TAG). Die deklarierte Wärmeleitfähigkeit λD — je niedriger, desto besser dämmt die Platte — hängt von der Dicke ab: 0,027 W/(m·K) unter 80 mm, 0,026 ab 80 mm und 0,025 ab 120 mm aufwärts. Man kauft sie in vollen Paketen — bei 120 mm sind 5 Platten im Paket, zusammen 3,6 m².

Noch das Feuer. Die Platte allein hat die Brandverhaltensklasse E, und im ETICS-System nennt das Produktdatenblatt B-s1,d0 — denn klassifiziert wird der ganze Aufbau, nicht die nackte Platte. Buchstaben und Indizes erklären wir im Text über die Euroklassen des Brandverhaltens.

Den Schichtaufbau finden Sie auf der Seite der Außenwand ETICS mit termPIR® ETX. Die Parameter der Platte selbst haben wir im Porträt von termPIR® ETX gesammelt, und das, worüber Ausführende am häufigsten stolpern — in einem eigenen Beitrag: ETICS-System mit termPIR® ETX und fünf Montagefehler.

Mauerwerk mit Klinker außen: termPIR® AL im Schalenzwischenraum

Die dreischalige Wand, auch zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung genannt, besteht aus zwei Mauerschalen mit der Dämmung dazwischen: der tragenden zur Hausseite und der Verblendschale — aus Klinker oder Naturstein — zur Straßenseite. Putz gibt es hier nicht. Damit entfällt der Grund, aus dem die Fassade ein Vlies braucht.

Im Schalenzwischenraum arbeitet termPIR® AL. Die Platten werden an der Tragschale befestigt, die Stöße mit Aluminiumband überklebt, damit zwischen den Platten keine Luft zirkuliert, und beide Schalen verbinden Mauerverbinder aus Stahl. Die gasdichte Deckschicht, unter Putz ein Nachteil, wird hier zum Vorteil: Sie verschließt den Kern gegen die Feuchte, die die Luft im Zwischenraum mitbringt.

Das zweite Argument ist das Lambda. termPIR® AL hat λD = 0,022 W/(m·K) über den gesamten Dickenbereich, und im zweischaligen Mauerwerk bedeutet jeder Zentimeter Dämmung eine breitere Wand, ein breiteres Fundament und tiefere Laibungen. Eine dünne Schicht ist hier kein Komfort, sondern weniger Mauerwerk.

Schichtaufbau und Montageanforderungen beschreibt das System dreischalige Außenwand mit termPIR® AL. Die Mauerverbinder sind punktuelle Wärmebrücken, also Stellen, über die Wärme schneller entweicht als über den Rest der Wand — was man mit ihnen macht, schreiben wir im Leitfaden wie man Wärmebrücken eliminiert.

Holzrahmen, Keller, Halle: drei Wände, drei andere Antworten

Holzrahmenwand. Für die Holzkonstruktion sieht der Hersteller das Verbundelement termPIR® OSB-AL-OSB vor: einen PIR-Kern mit λD = 0,022 W/(m·K) in Aluminiumdeckschicht, mit einer OSB-Platte von 8–22 mm, beidseitig aufgeklebt. Ein Element liefert Dämmung und Beplankung, und die OSB-Dicke ergibt sich aus der Statik. Im Online-Shop gibt es dieses Verbundelement nicht — fragen Sie für die Auswahl den Berater, und sehen Sie sich den Aufbau auf der Seite der Holzrahmenwand mit termPIR® OSB-AL-OSB an.

Kellerwand und Fundament. Hier ist die Reihenfolge wichtiger als das Produkt: erst die Abdichtung, dann die Platte, zum Schluss der Schutz. Die PIR-Platte ersetzt keine Abdichtung. Im Aufbau Fundament mit termPIR® AL kommt die Dämmung auf die Bitumenbahn oder Bitumenmasse, und auf der Seite der Verfüllung schützt sie ein Geovlies oder eine Noppenbahn. Im Aufbau Fundament mit termPIR® WS wird die Platte mit Glasvlies direkt in die frische Bitumenmasse geklebt — aber nur dort, wo das Grundwasser unterhalb der Fundamentsohle steht, der Boden durchlässig ist und eine Ringdrainage funktioniert. Über dem Gelände, am Sockel, kehrt ETX im ETICS-System zurück.

Wann sich am Erdreich extrudiertes Polystyrol besser bewährt, klären wir im Vergleich PIR und XPS am Fundament.

Hallenwand. Das ist ein anderer Markt: Eine Halle, ein Lager oder ein Wirtschaftsgebäude verkleidet man mit Sandwichpaneelen, also einer fertigen Wand mit einem Kern zwischen zwei Stahldeckschichten. Für das Einfamilienhaus werden sie nicht empfohlen.

Wenn es von außen nicht geht: von innen termPIR® AL GK

Ein Altbau mit Gesimsen. Eine Wand an der Grundstücksgrenze. Eine Fassade unter Denkmalschutz. Die Dämmung von außen ist immer die erste Wahl, weil das Mauerwerk auf der warmen Seite bleibt — aber manchmal ist sie schlicht nicht erlaubt.

Das für die Arbeit von innen gedachte Produkt ist termPIR® AL GK: PIR-Kern, zur Mauerseite eine Deckschicht aus Papier und Aluminium, zur Raumseite eine Gipskartonplatte von 12,5 mm. Im Shop hat sie das Format 1200 × 2600 mm und einen Kern mit Dicken von 20 bis 120 mm.

Der Vorbehalt ist ernst. Die Innendämmung kühlt das Mauerwerk aus und verschiebt die Kondensationszone in seine Richtung — je dicker die Schicht, desto größer also das Risiko einer Durchfeuchtung der Wand. Vor der Wahl der Dicke braucht es eine wärme- und feuchtetechnische Analyse; das Mauerwerk muss trocken sein und die Dampfsperre — die Schicht, die den Wasserdampf auf der warmen Seite zurückhält — durchgehend. Bei altem Ziegelmauerwerk endet es meist bei 60–80 mm.

Und die gewöhnliche Platte AL, von innen angeklebt, weil sie vom Dach übrig geblieben ist? Das ist keine Standardlösung. Sie verlangt dieselbe Analyse und eine dichte, durchgehende Dampfsperre — beginnen Sie mit der technischen Beratung, nicht mit dem Kleber. Das ganze Thema haben wir im Beitrag über die PIR-Platte mit Gipskarton und die Innendämmung aufgeschlüsselt, die Reihenfolge der Arbeiten im Altbau — im Ratgeber zur Dämmung alter Häuser.

Wie viele Zentimeter für die Wand? Rechnen wir 120 mm

Die polnischen Technischen Bedingungen WT 2021 verlangen von der Außenwand U ≤ 0,20 W/(m²·K). Den Wärmedurchlasswiderstand der Schicht berechnen Sie mit einer Formel: R = d / λ, also Dicke in Metern durch Lambda. Nehmen wir dieselben 120 mm in zwei Varianten:

termPIR® ETX: R = 0,120 / 0,025 = 4,80 m²·K/W

termPIR® AL: R = 0,120 / 0,022 = 5,45 m²·K/W

Zur Dämmung addiert man die Wärmeübergangswiderstände an beiden Oberflächen — für die Wand zusammen 0,17 m²·K/W. Es ergibt sich U ≈ 1 / (4,80 + 0,17) = 0,20 für ETX und U ≈ 1 / (5,45 + 0,17) = 0,18 für AL. Dieselbe Dicke, ein anderes Ergebnis — denn eine andere Deckschicht bedeutet ein anderes Lambda.

Zwei Anmerkungen zu dieser Rechnung. Auch das Mauerwerk leistet Widerstand, die fertige Wand fällt also etwas besser aus, und Dübel und Mauerverbinder nehmen einen Teil dieser Verbesserung wieder weg. Und die zweite: 100 mm ETX sind R = 0,100 / 0,026 = 3,85 m²·K/W und U ≈ 0,25 aus der Dämmung allein — ob das Mauerwerk den fehlenden Rest beisteuert, hängt vom Mauerwerk ab. Das sind Schätzungen; verbindlich ist die Planung, und Ihren eigenen Aufbau rechnen Sie im U-Wert-Rechner nach.

Zum Vergleich: U = 0,20 aus EPS (Styropor) mit λ = 0,038 W/(m·K) bedeutet rund 190 mm statt 120. Woher dieser Unterschied kommt und wann trotzdem EPS oder Wolle gewinnt, zeigt die Analyse von PIR, EPS und Mineralwolle.

Was man nicht tun sollte, auch wenn es „beim Nachbarn hält“

Platte mit Aluminiumdeckschicht unter Putz. termPIR® AL, AL R-eco und MAX 19 AL eignen sich nicht für ETICS. Die gasdichte Deckschicht lässt keinen Dampf durch und ist kein Untergrund für Mörtel — es endet mit Blasen unter dem Putz und einer sich ablösenden Armierungsschicht. Das niedrigere Lambda rettet hier nichts.

izoGRASS® an die Fassade. Das sind PIR-Platten ohne Deckschicht: reiner, auf Maß geschnittener Kern, für Türfüllungen, Laibungsstreifen und Fertigteile. Für ETICS verwendet man sie nicht.

Zufällige Bauchemie. Ein Kleber „für Styropor“, weil er im Baustoffhandel gerade da war, und das Gewebe von der letzten Baustelle. Im ETICS werden die Komponenten gemeinsam bewertet, Kleber und Gewebe müssen also Systemkomponenten nach ETA 17/0066 sein. Am Fundament gilt Ähnliches: Bevor Sie Masse oder Kleber kaufen, prüfen Sie im Datenblatt, ob der Hersteller den Kontakt mit der Deckschicht Ihrer Platte zulässt.

Erst die Wand, dann die Platte

PIR-Platten für Außenwände sind nicht ein Produkt, sondern mehrere Antworten auf mehrere Konstruktionen. Unter Putz an der Fassade — ETX im kompletten System. Im Schalenzwischenraum des Mauerwerks — AL. Im Holzrahmen — das Verbundelement mit OSB. Am Erdreich — AL oder WS, immer nach der Abdichtung. Von innen — AL GK, nach der feuchtetechnischen Analyse. Und die Halle ist bereits ein Fall für das Sandwichpaneel.

Der Irrtum betrifft selten die Dicke. Er betrifft die Deckschicht — diese dünne Lage, die man in der Bestellung fast nicht sieht.

Aktuelle Dicken, Verfügbarkeit und Preise aller Varianten sehen Sie im Shop von BOKKA, in der Kategorie PIR-Dämmplatten.

🤝 Kontaktieren Sie einen technischen Berater von BOKKA — beschreiben Sie Ihre Wand, und wir wählen die Variante der Platte termPIR® und die Dicke für den geforderten U-Wert aus.


Quellen:

  • ETA 17/0066 — Europäische Technische Bewertung des ETICS-Systems mit Platten termPIR® ETX
  • Technischer Katalog termPIR® — Wohngebäude (Gór-Stal): ETICS-Wand, dreischalige Wand, Fundamente, Innendämmung
  • Broschüre termPIR® 2025 (Gór-Stal) — Verbundelement OSB-AL-OSB, Fundament und Sockel
  • Leistungserklärungen: termPIR® ETX (DoP Nr. termPIR/ETX/17), termPIR® AL (DoP Nr. termPIR/AL/18), termPIR® WS (DoP Nr. termPIR/WS/18), termPIR® AL GK (DoP Nr. termPIR/GP/1/GK/2)
  • EN 13165+A2 — Wärmedämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (deklariertes λD)
  • EN ISO 6946 — Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient (Wärmeübergangswiderstände)
  • EN 13501-1 — Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten
  • Verordnung über die technischen Bedingungen, denen Gebäude und ihre Lage entsprechen müssen (polnische WT 2021)

Häufig gestellte Fragen

Eignen sich PIR-Platten für Außenwände?
Ja, aber die Variante muss zur Konstruktion der Wand passen. Unter Dünnschichtputz im ETICS-System (WDVS) setzt man ausschließlich termPIR® ETX mit Glasvlies ein, im zweischaligen Mauerwerk — termPIR® AL im Schalenzwischenraum und bei der Dämmung von innen — termPIR® AL GK. Über die Wahl entscheidet die Deckschicht der Platte, nicht die Dicke allein.
Welche PIR-Platte für die Fassade unter Putz?
Für die Fassade mit Dünnschichtputz eignet sich termPIR® ETX — eine Platte mit beidseitigem Glasvlies, eingesetzt im System mit der Europäischen Technischen Bewertung ETA 17/0066. Platten mit Aluminiumdeckschicht (termPIR® AL, AL R-eco, MAX 19 AL) eignen sich nicht für ETICS. Kleber und Gewebe müssen Systemkomponenten sein, von einem ETICS-Systemgeber.
Welche Dicke der PIR-Platte für die Außenwand?
Die polnischen WT 2021 verlangen von der Außenwand U ≤ 0,20 W/(m²·K). Eine Schicht von 120 mm termPIR® ETX (λD = 0,025 W/(m·K)) hat einen Widerstand von R = 4,80 m²·K/W, was mit den Wärmeübergangswiderständen U ≈ 0,20 ergibt. Dieselben 120 mm termPIR® AL im zweischaligen Mauerwerk sind R = 5,45 m²·K/W und U ≈ 0,18. Das ist eine Schätzung ohne den Anteil des Mauerwerks und der Wärmebrücken — verbindlich ist die Planung.
Darf man eine PIR-Platte an der Fassade mit gewöhnlichem Styroporkleber kleben?
Nein. Das ETICS-System wird als Ganzes bewertet, die Platte termPIR® ETX wird also mit Systemkleber und Systemgewebe nach ETA 17/0066 befestigt, als Komplettpaket vom ETICS-Systemgeber. Der Austausch einer Komponente führt den Aufbau aus der technischen Bewertung heraus. Kleberbedeckung und Anzahl der Dübel legen die Systemdokumentation und die Planung fest.

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